Thomas Prantner.

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Wien - Unter den insgesamt infrage gestellten ORF-Direktoren zählte Thomas Prantner 2008 zu den umstrittensten. Betriebsratschef und Redakteursrat lieferten zentimeterdicke Analysen, wie überflüssig ein Onlinedirektor sei. "D-ORF" sickerte durch, Prantner hatte sich die Webadresse für das Kommerzportal gesichert. In einem Leserbrief erklärte er zuletzt, ORF-Chef Alexander Wrabetz habe ihn beauftragt, D-ORF zu prüfen; er habe dann "empfohlen, das Projekt in der vorgeschlagenen Form nicht umzusetzen".

Prantner setzt in seiner "Leistungsbilanz" für 2008 andere Schwerpunkte. Sechs von acht Zielen seien umgesetzt: ORF.at als Infomedium "gestärkt", Bewegtbildangebot online ausgebaut, ORF-Teletext weiter Marktführer, der digitale Teletext weiterentwickelt, die Vermarktung erlöste mehr Geld. Was fehlt? ORF-Inhalte "auf allen technologischen Plattformen zu jeder Zeit an jedem Ort verfügbar". Und "Optimierung" zwischen Onlinedirektion und ORF.at, auf das der Direktor keinen Durchgriff hat.

Im Februar 2009 soll die neue Onlineplattform für Videos auf Abruf starten, "Relaunches" mehrerer Onlineangebote und des Teletext, Prantner soll zudem ein Konzept für TW1 als Infokanal liefern. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 22.12.2008)