Der Prozess gegen Josef F., der seine Tochter 24 Jahre lang in einem Verlies eingesperrt haben soll, könnte in Österreich der erste sein, der praktisch durchgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. Laut dem Standard vorliegenden Informationen planen die Opferanwälte, gleich zu Beginn des Gerichtsgangs im März 2009 entsprechende Anträge zu stellen, um die Persönlichkeitsrechte von Tochter Elisabeth F. und ihren Kindern größtmöglich zu schützen.

"Wenn das den Opfern nutzt, kann ich mit so einem Ausschluss leben", meint dazu der Verteidiger Josef F.s, Rudolf Mayer. Zu einem im deutschen Magazin Stern veröffentlichten Bericht, laut dem Mayer auf Aufforderung Josef F.s Abschriften von dessen Vernehmungen zusammengestellt haben soll, die in der Folge von einem Bekannten F.s an englische Boulevardzeitungen verkauft werden sollten, sagte der Anwalt zum Standard "kein Wort". Das Geschäft soll dem Vernehmen nach geplatzt sein. (Irene Brickner/DER STANDARD-Printausgabe, 23.12.2008)