New York - Knapp sechs Jahre nach Beginn des Irak-Krieges ist das UNO-Mandat für die US-geführte multinationale Truppe im Irak zu Ende. Der Weltsicherheitsrat verzichtete am Montag (Ortszeit) einstimmig darauf, das am 31. Dezember auslaufende Mandat für die von US-General Raymond T. Odierno kommandierte "Multi-National Force Iraq" (MNF) erneut zu verlängern. Der irakische Außenminister Hoshyar Zebari sprach von einem "Wendepunkt" für sein Land und dankte den truppenstellenden Ländern für ihren Einsatz: "Unsere gemeinsamen Verluste waren nicht umsonst und werden nie vergessen."

Die rund 140.000 amerikanischen Soldaten, die den Löwenanteil der multinationalen Streitkräfte im Irak ausmachen, bleiben aufgrund eines bilateralen Abkommens zwischen Bagdad und Washington weiter im Land.  Auch die Truppen aus Großbritannien, Australien und einer handvoll anderer Länder dürfen im Irak bleiben, obwohl das Mandat der Vereinten Nationen für den Einsatz zum Jahresende ausläuft. Das irakische Parlament stimmte dem Vorhaben am Dienstag mehrheitlich zu. Damit dürfen die Soldaten bis Ende Juli 2009 im Land bleiben. Die Regierung könne alle dazu notwendigen Schritte einleiten, hieß es. Zuletzt hatte es im Parlament auch Forderungen gegeben, der Irak müsse mit jedem einzelnen Land Absprachen treffen. Für die 140.000 US-Soldaten im Irak hatte das Parlament jüngst ein Abkommen gebilligt, das einen Abzug bis Ende 2011 vorsieht.

Großbritannien, Australien, El Salvador, Rumänien, Estland und die Nato hatten auf eine Einigung gewartet, damit ihr weiterer Einsatz auch nach dem Ende des UN-Mandats auf rechtlich einwandfreier Basis steht.

Großbritannien hatte vor wenigen Tagen angekündigt, seine verbleibenden 4100 Soldaten im Irak in der ersten Jahreshälfte 2009 abzuziehen. Die Briten waren seit dem US-Einmarsch im März 2003 der engste US-Verbündete im Irak-Krieg. Sie hatten in dem Golfstaat zeitweise 45.000 Soldaten stationiert. In Zukunft wollen sie sich auf den Einsatz in Afghanistan konzentrieren.

Das Parlament nahm am Dienstag auch das Rücktrittsgesuch ihres Sprechers Mahmud al-Maschhadani an. Der sunnitische Araber, der seit 2006 im Amt war, hatte in der vergangenen Woche Abgeordnete beleidigt. Daraufhin forderten schiitische und kurdische Politiker seinen Rücktritt. Wer ihm nachfolgt, war zunächst unklar. Der Streit um Maschhadani hatte die Entscheidung des Parlaments über die Genehmigung des weiteren Aufenthalts für die ausländischen Soldaten verzögert.