Washington - Die künftige US-Außenministerin Hillary Clinton plant, das Außenamt personell auszubauen und einen Expertenstab für Wirtschaftsfragen einzurichten. Das Außenministerium solle nach Clintons Ansicht im Kampf gegen die globale Wirtschaftskrise eine stärkere Rolle spielen, berichtete die New York Times am Dienstag unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten Berater Clintons. Zudem spielten wirtschaftliche Fragen eine immer größere Rolle in den Beziehungen zu anderen Ländern, besonders zu China. Deswegen solle mit einem größeren Budget ein Expertenstab für Wirtschaftsfragen eingerichtet werden.

Dem Bericht zufolge ist zudem die Ernennung mehrerer Sondergesandter für verschiedene Krisengebiete vorgesehen. Clinton und der künftige US-Präsident Barack Obama hätten sich noch nicht auf die Gesandten und ihre Gebiete geeinigt, hieß es weiter. Im Gespräch sei jedoch, den früheren Nahost-Unterhändler Dennis Ross wieder zum Experten für diese Region zu machen. Auch die Namen des früheren US-Balkanbeauftragten Richard Holbrooke und des ehemaligen US-Botschafters in Israel, Martin Indyk, seien gefallen. Jacob Lew der während der Präsidentschaft von Clintons Ehemann Bill Finanzdirektor war, soll sich demnach als Clintons Vizeminister um Wirtschaftsfragen kümmern.

Herber Verlust für Hillary

Im Bemühen um eine Begleichung ihrer Wahlkampfschulden musste Clinton indes insgesamt 13,2 Millionen Dollar (etwa 9,5 Millionen Euro) abschreiben, die sie aus eigener Tasche hinzugeschossen hatte, um ihre Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten aufrechterhalten zu können. Dennoch belaufen sich Clintons Schulden aber immer noch auf 6,4 Millionen Dollar. Den Löwenanteil schuldet sie der Beraterfirma von Mark Penn, ihrem ehemaligen Chefstrategen im New Yorker Senat. Clinton kann es sich allerdings leisten, Kredite an ihre Kampagne abzuschreiben, da sie zusammen mit ihrem Mann, dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton, seit dem Verlassen des Weißen Hauses im Jahr 2001 viel Geld verdient hat. Der Großteil der Einkünfte von 109 Millionen Dollar entfällt auf Redehonorare des Ex-Präsidenten.
Der designierte US-Präsident Barack Obama wird seinen Amtseid, wie Dienstag indes bekannt wurde, mit der Bibel Abraham Lincolns ablegen. Obama fühle sich "tief geehrt" , dass die Kongress-Bibliothek ihm Lincolns Bibel für die Vereidigung am 20. Jänner ausleihen werde, erklärte das sein Organisationskomitee in Washington. Das Buch war nach der Amtseinführung von Lincoln selbst im Jahr 1861 nicht mehr bei der Vereidigung eines US-Präsidenten zum Einsatz gekommen. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 24./25./26.12.2008)