Sorgen um eine gesicherte Thronfolge beeinträchtigen die Gesundheit des japanischen Kaisers

Das Volk feiert trotzdem.

Tokio - Tausende von Menschen haben am Dienstag in Tokio Japans Kaiser Akihito zu seinem 75. Geburtstag gratuliert. Er habe seinem Volk in jüngster Zeit Sorgen wegen seiner Gesundheit bereitet, doch glaube er, dass er sich allmählich erhole, rief der Monarch an der Seite von Kaiserin Michiko der Nationalfähnchen schwenkenden Besuchermenge zu. Auch seine Schwiegertochter, Kronprinzessin Masako, die sich von einer langen stressbedingten Erkrankung erholt, zeigte sich auf dem verglasten Balkon des Palastes mit ihrem Mann, Kronprinz Naruhito, sowie Prinz Akishino und dessen Frau Prinzessin Kiko.

Der Monarch musste wegen Anzeichen einer Erkältung einige der Feierlichkeiten zu seinem 75. Geburtstag absagen. Kürzlich hatten Ärzte beim Kaiser Rückstände von Blutungen in Magen und Darm gefunden, nachdem der Tenno wegen unregelmäßigen Pulses und hohen Blutdrucks Termine absagen musste. Die Ärzte führten dies auf physischen und psychischen Stress zurück. Auch eine Pressekonferenz zu seinem Geburtstag konnte er in diesem Jahr nicht abhalten.

Stressleiden und andere Probleme

Stattdessen ließ der Monarch das Volk in einer Erklärung wissen, dass er und seine Gemahlin hofften, das Kronprinzenpaar zu unterstützen. Er wünsche seinem ältesten Sohn und Thronfolger und dessen Frau Masako, die in der Zukunft "gewichtige Positionen" übernähmen, aufrichtig Gesundheit. Des Kaisers Worte kommen zu einer Zeit, da in Japan zunehmend spekuliert wird, dass sein Stressleiden von einer Kluft zwischen ihm und seinem ältesten Sohn Naruhito herrührt. Grund dieser Differenzen zwischen Vater und Sohn soll die Schwiegertochter sein.

Die einst fröhliche Karrierediplomatin Masako leidet bereits seit langem unter Depressionen, woran zum Teil das restriktive Leben im Palast Schuld sein soll. Die Kronprinzessin tritt kaum noch in der Öffentlichkeit auf. Ihr Mann hatte 2004 für Wirbel gesorgt, als er erklärte, es habe "Bestrebungen" am Hofe gegeben, die Karriere und Persönlichkeit seiner Gemahlin zu negieren. Masako sei "erschöpft" vom jahrelangen Versuch, sich der kaiserlichen Familie anzupassen.

Kaiser Akihito hat seit geraumer Zeit gesundheitliche Probleme: Er wurde 2003 wegen Prostata-Krebs operiert, nach einer Hormonbehandlung leidet er auch an Knochenschwund. In jüngster Zeit kamen noch Herzrhythmusstörungen und Magenblutungen hinzu. Mit ungewöhnlicher Offenheit hatte sein Pressechef Shingo Haketa vor kurzem zugegeben, dass die Sorge um die Thron-Nachfolge und "andere Probleme" innerhalb der Familie an Akihitos Gesundheit gezehrt hätten. (APA/dpa/AFP)