Wien - Wenn man sich Aussagen von Politikern aller Couleur zu Gemüte führt, so besteht kein Zweifel, dass Wissenschaft und Forschung "sehr wichtig" für die Zukunft Österreichs sind. Laut einer aktuellen Umfrage des Wissenschaftsministeriums sprechen sich auch zwei Drittel der Bevölkerung dafür aus, für Forschung mehr Geld auszugeben. Dem gegenüber stehen allerdings die Alarmrufe der Forschungsträger und Forschungsförderer, die teils dramatische Kürzungen beklagen.

In einem Interview mit der "Wiener Zeitung" (Dienstag-Ausgabe) beklagt etwa der Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Peter Schuster, einmal mehr die mageren Budgetaussichten und speziell die Kürzung von Zusatzmitteln. Man werde sich überlegen müssen, wie die ÖAW als Forschungsträger weiter existieren könne, reiner Personalabbau werde dabei "nicht zielführend" sein.

Finanzierungslücke

Auch der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) hatte kürzlich eine "Finanzierungslücke im Bereich Forschung und Entwicklung von 1,96 Milliarden Euro" beklagt. Das geplante F&E-Budget stelle keine Stagnation sondern einen "manifestierten Rückschritt" dar.

In einer vom Wissenschaftsministerium in Auftrag gegebenen Umfrage unter 500 Wahlberechtigten haben sich 66 Prozent der Befragten dafür ausgesprochen, für Forschung mehr Geld auszugeben. 71 Prozent möchten, dass mehr Mittel in Bildung investiert werden. Bezüglich der Staatsschulden nehmen 49 Prozent einen Anstieg in Kauf, 43 Prozent wollen die Ausgaben nicht erhöhen. (APA)