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Beliebter Antiheld: Shrek

Foto: Stuart Wilson/Getty Images

Frage: Jeder weiß, was ein Held ist. Doch was ist ein Antiheld?

Antwort: Antihelden sind bestimmte Figuren in Büchern, Filmen oder Comics. Sie sind der Gegenpart zum Helden, an dem das Starke und Überlegene fasziniert und mit dem sich Zuseher oder Leser gerade deshalb identifizieren, weil sie so toll sind. Ein typischer Held ist zum Beispiel Superman. Das Gegenstück zum starken Helden machen dagegen vor allem seine Schwächen sympathisch. Oft sind Antihelden unterhaltsame Figuren. Sie können aber auch Narren sein.


Frage: Wer ist ein bekannter Antiheld aus der Literatur?

Antwort: Da wäre etwa Don Quijote von La Mancha. Der Antiheld des gleichnamigen Romans von Miguel de Cervantes ist ein Kleinadeliger in Spanien, der zu viel Ritterromane liest. Er glaubt schließlich, er selbst müsse als Ritter für Gerechtigkeit kämpfen. In einer Szene hält er dann Windmühlen für Riesen und kämpft gegen sie. Don Quijote ist also nicht der Hellste, was ihn zum Antihelden macht. Aber er ist moralisch stark, er kämpft gegen das Unrecht. Das macht ihn sympathisch. In anderen Fällen sind Antihelden eigentlich meist weniger zielstrebig. Sie wollen nur ihr gewohntes Dasein führen und werden erst durch eine Person oder ein Ereignis zum (anti-)heldenhaften Handeln gezwungen. Sie werden hauptsächlich deshalb aktiv, weil sie möglichst schnell wieder ihre Ruhe zu haben wollen. Helden sind dagegen in der Regel immer hinter einem Ziel her - zum Beispiel der Rettung der Welt.


Frage: Welche Antihelden gibt es im Film?

Antwort: In den Achtzigern gab es in Filmen einen waren Boom von Antihelden. Auch heute sind sie beliebte Film-Charaktere, etwa in der Figur des stets wankenden, durch die Goldzähne nuschelnden Captain Jack Sparrow (gespielt von Johnny Depp) in "Fluch der Karibik" oder das grüne Fabelwesen Shrek aus dem gleichnamigen Animationsfilm. Die Fantasiefigur in dem computeranimierter Kinofilm von DreamWorks gilt als groß, dumm, hässlich, gefährlich und ist gerne allein. Erst als der Herrscher der Fabelwelt Shreks Alleinsein mit einer Maßnahme gefährdet, muss er handeln.


Frage: Und wozu gibt es böse Figuren?

Antwort: Erst im Angesicht des Bösen kann ein Held richtig heldenhaft sein. Geschichten werden dadurch spannender, die Zuschauer haben eine Seite, zu der sie halten und mit der sie mitfiebern können. Und weil sie wissen, dass die Gefahr nicht real ist, macht der Nervenkitzel in der Regel keinen Stress, sondern Spaß.(Gudrun Springer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.12.2008)