Wellington - Der chinesische Milchkonzern Sanlu, der mit der Chemikalie Melamin verseuchte Milchprodukte in Umlauf brachte und für tausende Erkrankungen verantwortlich gemacht wird, ist pleite. Das Unternehmen habe Gläubigerschutz beantragt und solle nun gemäß chinesischem Recht von einem Insolvenzverwalter abgewickelt werden, erklärte der neuseeländische Teileigentümer Fonterra am Mittwoch.

Sanlu stand im Zentrum eines Skandals verseuchter Milch: Produkte aus insgesamt 22 Unternehmen werden für den Tod von mindestens sechs Babys und die Erkrankung von knapp 300.000 Kindern und Jugendlichen in China verantwortlich gemacht.

Fonterra gehören 43 Prozent der Sanlu-Gruppe. Der volle Wert werde abgeschrieben, erklärte Vorstandschef Andrew Ferrier. Die Landwirtschaftskooperative Fonterra hatte den Melamin-Skandal im August publik gemacht. Die Firma, die 95 Prozent der neuseeländischen Milchwirtschaft kontrolliert, ist das größte international agierende Unternehmen jenes Landes. Fonterra alleine steht für ein Viertel der Exporte des Inselstaats.

Die erkrankten Kinder tranken zumeist Milch aus kontaminiertem Milchpulver, das Melamin enthielt. Der Stoff ist hoch stickstoffhaltig und kann bei Milchtests daher ein höheres Proteinniveau vortäuschen. Bauern könnten mit Wasser gestreckte Milch mit Melamin angereichert haben, um ihre Profitmarge zu erhöhen. Bei den Kindern führte Melamin zu Blasenproblemen und Nierensteinen. (APA/AP)