Wenn sich Sinn als Ordoliberaler bezeichnet, so meint er damit eine Spielart des Liberalismus, die sich als Gegenstück zum Laisser-faire-Prinzip entwickelte.

Der Staat definiert dabei Spielregeln und greift zur Einhaltung dieser in die Wirtschaft ein. Ein wichtiges Motiv für diese Denkschule ist die Verhinderung von Monopolen, die der freie Markt nach sich zieht. Etwas verworrener ist die Definition des Neoliberalismus, der als Überbegriff mehrerer liberaler Spielarten gilt. Er wurde in den 1930er-Jahren entwickelt und ist eine Reaktion auf zentrale Wirtschaftslenkung und Totalitarismus. Seine Säulen heißen Privateigentum, freie Preisbildung nach Angebot und Nachfrage, aber eben auch staatliche Spielregeln. Der heute populäre Begriff "neoliberal" hat somit wenig mit den Vordenkern wie August Friedrich von Hayek und Walter Eucken zu tun. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.12.2008)