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Foto: AP/Sauerbach

Wien - Eine Trennung 2009 steht fest: Harald Schmidt und Oliver Pocher beenden ihr Doppel in der ARD mit April.

Eine weitere Trennung dräut: Bernd Kundrun dürfte nach dem Abschied aus dem Bertelsmann-Vorstand nicht mehr lange Vorstandschef von Gruner + Jahr bleiben, sagen deutsche Medien. Manche berichten von einer Wettbewerbsklage von G+J gegen Mutter Bertelsmann, weil eine andere Tochter des Medienriesens den Frauenmagazinen mit dem deutschen Ableger der Rewe-Zeitschrift Maxima Konkurrenz macht. Als Kundrun-Nachfolger kolportiert: Bernd Buchholz (G+J Deutschland) und Torsten-Jörn Klein, als Auslandsvorstand auch für die Verlagsgruppe News zuständig. Deren Boss Oliver Voigt, über dessen Verlängerung gern spekuliert wird, hat laut Insidern einen Fünfjahresvertrag bis Ende 2011. Was Aufstieg oder Wechsel nie ausschließt. Voigt zeigte sich zuletzt professionell zuversichtlich, dass die Wirtschaftskrise 2009 keines seiner Magazine beerdigt.

Im Jänner stimmt die "trend"-Redaktion über Andreas Lampl als ihren neuen Chef ab. Mit Zweidrittelmehrheit gegen ihn ist nicht zu rechnen, die ihn verhinderte. Noch 2008 verabschiedete sich Thomas Obkircher nach Rückkehr und gut einem Jahr News-Networld-Führung in die Selbstständigkeit.

Ebenfalls im Jänner wollen Zeitungsverband und Journalistengewerkschaft den neuen Presserat auf Schienen bringen. Stets für solche Jobs gut: Otto Oberhammer, der etwa die Kommission für die Presseförderung leitet.

Leitung braucht auch die für Frühjahr geplante Sonntagsausgabe der "Presse". Die gut informierten etat.at-Poster tippen: Außenpolitikchef Christian Ultsch. "Presse"-Chefredakteur Michael Fleischhacker kommentierte das und die Frage nicht, ob Ultsch das allein macht. Er verwies auf eine Präsentation im Jänner.

Dann sollte dem "Kurier" klar werden, wer seine neue TV-Beilage und sein Sonntagsmagazin leitet, die im ersten Quartal starten sollen. Bei "Live", ab Ende Februar auch österreichweit Freitagsbeilage der Krone, soll, an der Premiere merkbar, alles beim Alten bleiben. Krone-Boss Hans Dichand trinkt in dem Magazin seine Melange mit Nadia Weiss. Freitag forderte er die Leser zur Mitgestaltung des Magazins auf. Ende Jänner steht Dichands 88. Geburtstag an.

Deutlich jünger, deutlich anders: Klaus Stimeders Monatsmagazin Datum feiert im Jänner seine ersten fünf Jahre.

Ein Ablaufdatum 2009 wird der gesamten ORF-Führung nachgesagt, von General Alexander Wrabetz abwärts. Kandidaten kursieren zuhauf, von Gerhard Zeiler (RTL Group) und Hans Mahr (früher Manager von RTL, Krone) bis zu Helmut Brandstätter (früher ORF, n-tv, Puls), Rudi Klausnitzer (früher News-Chef) sagte wohl nicht Nein.

Die neun ORF-Stiftungsräte der Regierung (von 35) stehen auch zur Besetzung an, mit einem neuen ORF-Gesetz werden es wohl mehr dieser Räte. Ernst Strasser (ÖVP) darf nach Ablauf seiner Abkühlphase als Politiker nun jedenfalls wieder.

ATV-Chef Ludwig Bauer sagte bei Dienstantritt zu Allerheiligen 2007, er bleibe zwei Jahre in Wien. Kann man verlängern, wenn sich kein Käufer findet. Bei Puls 4 stellt sich eher die Frage nach Käufern der schwer verschuldeten Konzernmutter ProSiebenSat.1. Die führt ab März der bisherige Pharmamanager Thomas Ebeling.

Dietrich Mateschitz' Red Bull TV soll 2009 abheben.

Verzögern könnte sich das digitale regionale Antennenfernsehen für Ostösterreich von Hans Wagner (N1): Konkurrent Walter Winter (Aichfeld TV) plant eine Beschwerde gegen die Lizenzvergabe.

Der dafür zuständige Michael Ogris sieht seiner Verlängerung als Chef der Medienbehörde entgegen. Die soll 2009 umgebaut werden.

Wo bleibt die Werbung? Das werden sich 2009 viele Medien fragen, hier eine Personalie: Saatchi-Chef Michael Nitsche gründet (etwa mit Mobilkom) eine Agentur, Saatchi zieht sich laut "Horizont" aus Österreich zurück. Die Branche spekuliert, ob das andere Multis tun.

Auf dem Schirm müssen wir uns nicht nur von Schmidt & Pocher trennen. Robert Palfrader will (wieder einmal) nicht mehr Kaiser spielen. Der ORF hofft auf Verlängerung. Nichts vorgesehen hat er für Arabella Kiesbauer. Die sagt, sie schraube ihre Engagements im ORF zurück. Immer eine Frage der Perspektive. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 29.12.2008)