Gaza - Israel hat seine Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen auch in der Nacht auf Montag fortgesetzt. Live-Bilder aus Gaza, die vom US-Sender CNN übertragen wurden, zeigten wenige Minuten nach Mitternacht (Ortszeit) mehrere Explosionen in der Stadt. Anschließend stieg Rauch auf. Auch der Lärm von Flugzeugen und Sirenen von Rettungsfahrzeugen waren zu hören. Was getroffen wurde, war nicht zu erkennen, Augenzeugen berichteten aber, mehrere Explosionen hätten das Gelände der islamischen Universität im Gazastreifen getroffen. Am Sonntag hatte die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben 30 Angriffe geflogen.

Warnschüsse an der Grenze

An der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten hat die ägyptische Polizei am Sonntag zahlreiche Palästinenser mit Warnschüssen am illegalen Grenzübertritt gehindert. Nach den israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen hätten dutzende Palästinenser versucht, nördlich des Grenzübergangs von Rafah die Grenze zu überqueren, sagte ein Vertreter der ägyptischen Sicherheitskräfte. Die Behörden hätten weitere Beamte zur Verstärkung an die Grenze geschickt. Nach Angaben eines weiteren Sicherheitsvertreters wurde der Grenzübergang inzwischen wieder geschlossen. Nach mehreren Palästinensern, denen der Grenzübertritt gelungen sei, werde gesucht.

Ägyptischer Grenzpolizist erschossen  

Ein ägyptischer Polizist wurde am Abend erschossen, ein weiterer sei durch die Schüsse, die vom Gazastreifen aus abgefeuert worden seien, verletzt worden, teilten ägyptische Sicherheitskräfte und Krankenhauskreise mit. Zur Identität des Schützen wurden keine Angaben gemacht.

"Man verbietet den Verletzten, zu passieren"

Am Samstag hatte Ägypten den Grenzübergang Rafah geöffnet, um auf Anweisung von Präsident Hosni Mubarak verletzte Palästinenser zur Behandlung nach Ägypten einreisen zu lassen. Kairo warf der im Gazastreifen herrschenden radikalen Hamas vor, hunderte verletzte Palästinenser am Verlassen des Gazastreifens zu hindern, während auf ägyptischer Seite Krankenwagen warteten. "Man verbietet den Verletzten, zu passieren", sagte der ägyptische Außenminister Ahmed Abul Gheit bei einer Pressekonferenz mit Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas (Abu Mazen), der sich in Ägypten aufhielt.

Schwere Bomben entlang der Grenze

Bei dem Beschuss von etwa 40 illegalen Versorgungstunneln zwischen dem Gazastreifen und Ägypten durch die israelische Armee starben nach Angaben von Augenzeugen und der israelischen Armee zwei Palästinenser. 22 weitere wurden verletzt. Augenzeugen zufolge warfen die Kampfflugzeuge etwa 20 schwere Bomben entlang der Grenze ab. Mit den Tunneln versucht die Hamas die Blockade des Gazastreifens zu umgehen. (APA/AFP)