Kuwait - Kuwait bläst wegen der Finanzkrise das 17-Milliarden-Dollar-Joint-Venture mit dem US-Chemieriesen Dow Chemical ab. Das Kabinett habe das Projekt K-Dow Petrochemicals abgesagt, gegen das sich Widerstand im Parlament regte, meldete die amtliche kuwaitische Nachrichtenagentur Kuna am Sonntag. Kuwait sehe angesichts der Finanzkrise keine Vorzüge mehr in dem Projekt, hieß es in Medienberichten.

Erst Anfang Dezember hatte staatlichen Ölgesellschaft Kuwait Petroleum Corp (KPC) gemeldet, das Joint-Venture sei - obwohl mit geringeren Investitionssummen - fix vereinbart worden. Im Zuge der Vereinbarung sollte Dow Chemical von Kuwait für seinen Anteil etwa 7,5 Mrd. Dollar erhalten. Mit dem Geld wollte Dow einen Großteil der 18,8 Mrd. Dollar (13,42 Mrd. Euro) teuren Übernahme des US-Spezialchemiekonzerns Rohm & Haas bezahlen.

Das im Dezember 2007 vereinbarte Gemeinschaftsunternehmen mit Kuwait war ein strategisches Schlüsselprojekt des US-Konzerns. Mit dem Joint Venture, das unter anderem Kunststoff-Chemikalien produzieren sollte, wollte Dow Chemical bei der Rohstoffversorgung die Energiequellen Kuwaits nutzen. Früheren Angaben zufolge sollte das Joint Venture-Projekt einmal auf Jahresumsätze von elf Milliarden Dollar kommen. (APA/Reuters)