Italien verschärft den Kampf gegen das Organisierte Verbrechen. In den vergangenen acht Monaten sind über 50 flüchtige Mafia-Bosse festgenommen worden. Dabei handelt es sich um Spitzenelemente der sizilianischen Cosa Nostra, der Ndrangheta in Kalabrien und der Camorra im neapolitanischen Großraum. Viele der flüchtigen Mafiosi wurden im Ausland festgenommen, vor allem in Kanada und Rumänien, berichteten italienische Medien am Dienstag.

Zu den festgenommenen Bossen zählen zwei Mandanten des Sechsfach-Mordes in Duisburg im August 2007, Giuseppe Nirta, sowie ein Vertrauensmann der langjährigen Nummer eins der Mafia, Bernardo Provenzano.

Die italienische Regierung hat auch den Kampf gegen die finanziellen Interessen der Mafia verschärft. Immobilien und andere Besitztümer der Mafia im Wert von vier Milliarden Euro sind in diesem Jahr beschlagnahmt worden, dreimal so viel als im Vorjahr, berichtete der italienische Innenminister Roberto Maroni. Die Polizei habe in diesem Jahr 104 gefährliche Kriminelle und 2.080 weitere Mafiosi festgenommen. Insgesamt seien 181 Razzien durchgeführt worden.

"Noch nie wie in den ersten acht Monaten der Mitte-rechts-Regierung um Silvio Berlusconi sind so viele Mafia-Bosse verhaftet worden", feierte die rechte Tageszeitung "Il Giornale" die positiven Resultate im Kampf gegen das Organisierte Verbrechen.

Die Regierung will sich im kommenden Jahr noch stärker um die Bekämpfung der finanziellen Interessen der Mafia kümmern. "Die Immobilien, die Mafiosi beschlagnahmt werden, sollen sofort der Allgemeinheit anvertraut werden. Beschlagnahmte Unternehmen müssen weiterarbeiten", erklärte Maroni. (APA)