Wien - Außenminister Michael Spindelegger sieht durch die Rechtsradikalismus-Vorwürfen gegen zwei der Mitarbeiter des Dritten Nationalratspräsident Martin Graf Österreichs Ansehen nicht nachhaltig beschädigt. Grafs Distanzierung von dem deutschen Internet-Versand "Aufruhr" nehme er zur Kenntnis. Und wenn sich die beiden anderen Nationalratspräsidenten "damit zufrieden geben, tue ich das auch", sagte Spindelegger am Sonntag in der Fernseh-"Pressestunde".

Als Außenminister erwarte er von einem Dritten Nationalratspräsidenten - wie von "jedem, der eine Spitzenposition einnimmt" -, dass er sich bemüht, Österreichs Ansehen zu mehren und es nicht beschädigt. Er gehe davon aus, dass auch Graf wisse "welche Aufgabe er hat".

Als Zweiter Nationalratspräsident - der er vor seinem Wechsel ins Außenministerium im Dezember war - habe er vor dessen Wahl zum Dritten Präsidenten ausführlich mit Graf über eine "Fülle von Vorwürfen" gesprochen - und der FPÖ-Politiker habe ihm "Punkt für Punkt" widerlegen können, sagte Spindelegger. Dies sei damals für ihn ausreichend gewesen - und er halte nichts davon, "die alten Geschichten immer wieder aufzuwärmen". (APA)