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SchülerInnen wie LehrerInnen müssen sich auf eine neue Matura einstellen.

Foto: ap/JOERG SARBACH

Salzburg - Den Fahrplan für die geplante "standardisierte, kompetenzorientierte Reifeprüfung" hat Unterrichtsministerin Claudia Schmied heute, Donnerstag, bei einer Pressekonferenz in Salzburg präsentiert. "Im Juni 2014 wird es in den allgemeinbildenden höheren Schulen die erste standardisierte Reifeprüfung geben", so Schmied. Derzeit arbeite das Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) die Qualitätsstandards aus, damit die österreichische Matura künftig aussagekräftiger und auch international anerkannt wird.

"Wir haben ein Qualitätsproblem"

"Wir haben an den österreichischen Schulen ein Qualitätsproblem, deshalb müssen wir es schaffen, vom Neusiedlersee bis zum Bodensee einen einheitlich guten Unterricht anzubieten. Die Eltern müssen die Sicherheit haben, dass eine öffentliche Schule für hohe Qualität steht", betonte Schmied. Diese Qualität könne sie österreichweit derzeit nicht garantieren.

In Zukunft sollen die Lehrer wissen, welche Kompetenzstandards in der achten Schulstufe und bei der Matura erforderlich sind. Die neue Reifeprüfung soll in der AHS starten und dann auf weitere Schularten ausgeweitet werden. Im Frühling soll die gesetzliche Regelung vom Ministerrat beschlossen und im Laufe dieses Schuljahres die Verordnung zur Reifeprüfung ausgearbeitet und mit den Schulpartnern diskutiert werden.

Neukonzeption der Lehrerausbildung

In wenigen Wochen wird zudem der Startschuss für die Neukonzeption der Lehrerausbildung fallen. BIFIE-Direktor Josef Lucyshyn erwartet sich durch die "klaren und transparenten Zielvorgaben" eine hohe Qualitätssteigerung und mehr Fairness an den Schulen. Wie bei allen "Innovationsprojekten" gebe es aber Sorgen und Ängste bei Lehrern, die über den Ablauf noch nicht Bescheid wissen. "Ich erlebe das als hinhaltenden Widerstand von Funktionärsschichten, die das Konzept noch nicht durchschauen." Deshalb sei eine breite Information für alle Betroffenen entscheidend und Workshops mit den Lehrern geplant, ergänzte die Unterrichtsministerin.

Erprobung bis zum Schuljahr 2013/14

Bis zum Schuljahr 2013/14 werde die neue Reifeprüfung in Zusammenarbeit mit Praktikern und den Pilotschulen - 60 haben an ersten Versuchen teilgenommen - für alle relevanten Klausurgegenstände (Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen, Darstellenende Geometrie, Physik, Biologie) erprobt, um präzise Aussagen über das Anspruchsniveau zu erhalten. Laut Lucyshyn werden bereits heuer fast alle Schulen in Englisch antreten. Das Konzept werde an 80 Pilotschulen getestet, 200 Schulen hätten bereits um Prüfungsaufgaben angesucht.

Drei Säulen

Die Reifeprüfung soll sich aus drei voneinander unabhängigen Prüfungsteilen zusammensetzen: Die vorwissenschaftliche Arbeit soll die Studierfähigkeit der Absolventen, die Präsentationskompetenz und Diskursfähigkeit unter Beweis stellen. Die Klausurprüfung stellt in ihrer standardisierten Form das zentrale Element der Reifeprüfung dar und wird an österreichweit einheitlichen Prüfungsterminen abgelegt. Dritte Säule ist die mündliche Prüfung: Sie soll schulspezifische Elemente bewahren, die Prüfungsgebiete sind nach Maßgabe schulautonomer Lehrplanbestimmungen geringfügig variabel. (APA)