Zum Schutz vor Terrorangriffen auf die Bahn hat sich die deutsche Bundespolizei für eine Ausweitung der Videoüberwachung ausgesprochen. "Die Bedrohung für Deutschland ist unverändert hoch. Das gilt insbesondere für sogenannte Soft Targets, weiche Ziele, wie die Bahn", sagte der Präsident der Sicherheitsbehörde, Matthias Seeger, der Tageszeitung "Die Welt".

Gegen Anschlagsversuche wie die der Kofferbomber von Köln, deren Sprengsätze am 31. Juli 2006 nur wegen eines glücklichen Zufalls nicht explodiert waren, könne die Polizei nur mit einer "hohen Streifendichte" und einer "Ausweitung der technischen Überwachungsmittel" vorgehen. Man sei derzeit dabei, die Videoüberwachung auf Großbahnhöfen auszubauen. In den Zügen, insbesondere im Fernverkehr sei man aber noch nicht so weit, sagte der Präsident der mit 41.000 Mitarbeitern größten deutschen Sicherheitsbehörde.

Außerdem bereite der Bahnpolizei die Zunahme der Gewalt in den Zügen Sorge. "Die Gewaltbereitschaft ist auf breiter Ebene, in vielen Bereichen der Gesellschaft gestiegen", sagte Seeger. Die Bundespolizei bekomme das besonders an den Fußball-Wochenenden zu spüren. "Gerade bei dieser Klientel ist die wachsende Brutalität signifikant. Es gibt sehr viele Fußballvereine bis hinab in die fünfte Liga, die uns große Probleme bereiten", erklärte der Präsident. (APA/AP)