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Soldaten bewachen den aufgebahrten Sarg des Präsidenten in Parlament

Foto: APA/EPA/Petinga

Bissau/Lissabon - Gut eine Woche nach der Ermordung des Präsidenten von Guinea-Bissau, João Bernardo Vieira, ist der Staatschef des westafrikanischen Kleinstaats beigesetzt worden. An der Trauerfeier am Dienstag in der Hauptstadt Bissau nahm kein ausländisches Staatsoberhaupt teil. Auch der Präsident des benachbarten Senegal, Abdoulaye Wade, dessen Teilnahme ursprünglich angekündigt worden war, blieb nach portugiesischen Medienberichten der Zeremonie fern.

Instabile Lage

Politische Beobachter interpretierten den "Boykott" als ein Anzeichen dafür, dass die Lage in der portugiesischen Ex-Kolonie vielen afrikanischen Staatschefs derzeit als zu instabil erscheint. Der 69-jährige Vieira war am Montag voriger Woche in seiner Residenz von bewaffneten Angreifern erschossen worden. Die Hintergründe der Tat sind nach wie vor unklar. Wenige Stunden vor dem Attentat war der Armeechef Tagme Na Wai getötet worden.

Interimspräsident Raimundo Pereira bezeichnete die Attentate bei der Trauerfeier als einen "Angriff auf die Institutionen des Staates". In zwei Monaten soll ein neuer Präsident gewählt werden. Das 1,6-Millionen-Einwohner-Land Guinea-Bissau wird seit der Unabhängigkeit von Portugal im Jahr 1974 von Konflikten erschüttert. In letzter Zeit wurde es zudem zu einer Drehscheibe des internationalen Drogenhandels. (APA/dpa)