Bild nicht mehr verfügbar.

Vitit Muntarbhorn, Sonderberichterstatter

Foto: AP/Lee

Genf - Knapp sieben Millionen Menschen im verarmten kommunistischen Nordkorea haben nach UN-Angaben keinen Zugang zu Lebensmittelhilfe. Insgesamt seien etwa 8,7 Millionen Nordkoreaner auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen, heißt es in einem am Montag in Genf vorgelegten Papier des UN-Sonderberichterstatters für die Menschenrechtslage in Nordkorea, Vitit Muntarbhorn. Allerdings hätten zu Beginn dieses Jahres nur rund 1,8 Millionen Menschen Lebensmittelhilfe erhalten. Die übrigen 6,9 Millionen seien wegen Ressourcenmangels leer ausgegangen.

"Unendliches Leiden"

Muntarbhorn kritisierte, trotz der schlechten Versorgung gebe es "skrupellose Entwicklungen" mit Blick "auf die negative Haltung der Behörden gegenüber der Bevölkerung". So wolle die Regierung in Pjöngjang beispielsweise den Reis-Verkauf auf den Märkten verbieten und Bauern zwingen, Soldaten mit Lebensmitteln zu versorgen. Auch die Menschenrechtslage im Land insgesamt stelle sich "düster" dar, heißt es in dem Bericht weiter: In Nordkorea halte ein "unterdrückerisches Regime" die Zügel in der Hand, dessen Hauptziel das eigene Überleben sei - auf Kosten der einfachen Leute, die "unendlichem Leiden" ausgesetzt seien.

Muntarbhorns Bericht stützte sich auf Angaben ausländischer Regierungen, Hilfsorganisationen und UN-Behörden. Die nordkoreanische Regierung habe nicht mit ihm zusammenarbeiten wollen, erläuterte der UN-Sonderberichterstatter. (APA)