"Nicht der Süden", 3sat, Donnerstag, 20.15 Uhr.

Foto: arte

Echte Seemänner trinken Rum. Auch wenn ihr Schiff bei Windstärke neun rollt und stampft, dass mit Einschenken in Gläser nicht viel ist. Seefrischlinge warten mit dem Rumtrinken lieber auf ruhigere Gewässer.

Die beiden Berliner Autoren Kirsten Fuchs und Volker Strübing sind neu an Bord der Arctic Janus. 3sat schickte sie für die Reportagereihe "Nicht der Süden" auf eine abenteuerliche Fahrt durch das Nordpolarmeer. In der ersten, am Donnerstag ausgestrahlten Folge starten sie in einem dänischen Hafen mit der Frage, woher der Strom der Windräder kommt. Denn bis sie über den Nordatlantik den 80. Breitengrad erreicht haben werden, liegen einige Etappen vor ihnen: die Färöer-Inseln, Island, Spitzbergen. Und als allererstes ein Windpark 20 Kilometer vor der dänischen Küste.

Bevor das Autorenduo die 70 Meter Windradhöhe erklettern darf, muss erst noch ein Überlebentraining inmitten der peitschenden Wellen absolviert werden. Die Windräder, erfahren sie danach aber von einem Mann, der das wissen muss, sind tierfreundlicher, als ihre Kritiker meinen: Vögel hätten ihre Flugrouten rasch um die Hindernisse herum abgeändert, und zu Füßen der aus dem Meer ragenden Rotoren haben sich bald Riffs gebildet, die von zahlreichen Fischen bevölkert werden.

Auf eine angebliche Fischidylle stoßen Fuchs und Strübing auch einige Tage darauf auf den Färöer-Inseln: Ja, die Forellen in seiner Fischfarm seien glücklich, sagt ein junger blonder Färöer. Seine Tiere bekommen gutes, gesundes Futter und keine Antibiotika. Frau Fuchs wird inmitten der zauberhaften Insellandschaft dennoch traurig. Schließlich werden die Forellen zum Verzehr gezüchtet.

Dieser und noch folgende Krisen kommt ein Besatzungszufall wunderbar zupass: Der Koch ist im Nebenberuf ausgerechnet Therapeut. (Isabella Hager, DER STANDARD; Printausgabe, 19.3.2009)