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Manuel Rosales kann laut Anklage nicht erklären, wie sein Vermögen während seines Gouverneursamts um 60.000 Dollar wuchs.

Foto: Reuters/Mariana Bazo

Caracas - Venezuela hat die peruanische Regierung wegen der Aufnahme des venezolanischen Oppositionsführers Manuel Rosales als politischen Flüchtling scharf kritisiert und seinen Botschafter zu Beratungen zurückbeordert. Rosales wird in seiner Heimat Korruption vorgeworfen und mit Haftbefehl gesucht. Der 56-Jährige weist die Anschuldigungen scharf zurück.

Die Entscheidung Perus sei eine "Verhöhnung internationalen Rechts, ein schwerer Rückschlag im Kampf gegen die Korruption und eine Beleidigung des venezolanischen Volkes", hieß es in der Erklärung des Außenministeriums am Montag. Die Beziehungen zur Regierung in Lima sollten überprüft werden.

"Zahlreiche Beweise für Korruptionsvorwürfe"

Peru hatte am Montag dem Antrag von Rosales auf politisches Asyl stattgegeben. Der 56-Jährige ist einer der prominentesten Gegner von Venezuelas PräsidentHugo Chávez. Trotz zahlreicher Beweise für die Korruptionsvorwürfe habe sich Peru für das politische Asyl entschieden, bedauerte Caracas. Rosales, der im November zum Bürgermeister der zweitgrößten Stadt Venezuelas, Maracaibo, gewählt wurde, sprach in seinem peruanischen Exil von einer politischen Kampagne gegen die Opposition.

Nach seiner Ankunft in Lima hatte er Chávez massiv attackiert und ihn als "Diktator" und "Feigling" bezeichnet. Die derzeitige Regierung sei "die korrupteste und verbrecherischste in der Geschichte Venezuelas". Er sei aus Venezuela geflohen, um sein Leben zu retten. Die Behörden hätten ihn unter inhumanen Bedingungen in das Gefängnis "La Planta" sperren wollen. Gegen Rosales wurde nach seiner Flucht nach Peru Haftbefehl erlassen.

Nach Darstellung des Politikers geht es bei den Vorwürfen um einen Betrag von rund 23.000 US-Dollar (17.600 Euro), die er nach Auffassung der venezolanischen Behörden nicht deklariert habe. Rosales betonte aber, das Geld stamme nicht aus seiner Tätigkeit als Gouverneur, und er habe es zudem angegeben und Steuern bezahlt. Der Fall sei bereits von den Behörden untersucht und 2006 zu den Akten gelegt worden, weil es auch damals keine Beweise gegeben habe. (APA/dpa)