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Delfine sind im Mekong höchst selten geworden.

Foto: AP/Heng Sinith

Frankfurt/Main - Pestizide und andere Umweltgifte haben die seltenen Irawadi-Delfine im Mekong nach Erkenntnissen der Umweltstiftung WWF an den Rand der Ausrottung gebracht. Nur höchstens 70 Tiere lebten noch im kambodschanischen Teil des asiatischen Flusses, teilte der World Wide Fund for Nature (WWF) am Freitag in Frankfurt mit. In den vergangenen Jahren habe es ein Massensterben von Jungtieren gegeben. "Wenn wir jetzt nichts unternehmen, wird die Art im Mekong bald verschwunden sein", sagte der WWF-Experte Petr Obrdlik.

Ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren schwäche das Immunsystem der Delfinkälber. Giftstoffe wie DDT und PCB, über die Muttermilch aufgenommen, setzten ihrer Körperabwehr zu und machten sie besonders anfällig für Krankheiten. Hinzu komme die Schwächung durch Inzucht. Das Insektizid DDT sei in Kambodscha zwar offiziell verboten, gelange jedoch illegal in das Ökosystem. PCB findet sich vor allem in Schiffsanstrichen und soll Algenbewuchs verhindern.

Gegenmaßnahmen

Weil der WWF keine Hoffnung hat, dass die Einleitung der Giftstoffe rechtzeitig zu stoppen ist, schlägt die Stiftung eine medizinische Behandlung der Delfine vor. Gezielte Impfungen sollten das Immunsystem junger Tiere stärken, meinen die Experten. Auch Umsiedlungen oder die Zucht in Zoologischen Gärten seien denkbar.

Nach Angaben der Weltnaturschutzunion IUCN seien vier der fünf Süßwasserpopulationen des Irawadi-Delfins vom Aussterben bedroht. Prekär sei die Lage der rund 30 Tiere im thailändischen Songkhla-See, wo in fünf Jahren 20 Delfine in den Netzen der Fischer verendet seien, berichtete der WWF. "Mit der Aussetzung des Riesen-Mekong-Wels in dem See hat die Fischerei mit gefährlichen Kiemennetzen derart zugenommen, dass wir befürchten müssen, alle Delfine innerhalb der kommenden Jahre zu verlieren", sagte Obrdlik. Die Tiere verheddern sich in den Netzen und ertrinken schließlich darin. (APA/dpa)