Chaos in der Küche - Keine Panik empfehlen Weiss und Novak den jungen Vätern, denn: Fehler gehören dazu

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Babyherumtragen, Stillen und Aufräumen. Mütter wissen: In der ersten Zeit mit Baby kommt man selbst zu kurz. Dabei bleibt auch die gute Ernährung auf der Strecke, die Kraft geben sollte. Die Folge: Während das Kind immer runder und propper wird, entwickeln sich die Mamas zu blassen Schatten ihrer selbst. Das muss nicht sein, meinen die Autorinnen Tatjana Novak und Gabi Weiss in "Keine Panik - Das Kochbuch für Männer" und legen damit eine Anleitung für die Partner vor. Oder wie es Doris Schretzmayer im Vorwort ausdrückt: "Wir leben in Zeiten der berufstätigen Großmütter und viel beschäftigten Freundinnen. Wir brauchen die Männer."

Denn gerade in der Stillzeit brauchen die Frauen ausgewogene Ernährung. Sie verbrauchen bis zu 600 Kalorien mehr am Tag. Auf 173 Seiten geben Novak und Weiss Tipps zu allen Gängen des Menüs und zu Getränken. Die Rezepte sind so simpel, dass sie auch Menschen verstehen, die das Potential dazu haben, Wasser anbrennen zu lassen. Daher eignet es sich nicht nur für Jungväter. Auch Studenten und Frauen, die sich nicht so für aufwendiges Kochen interessieren, kommen hier auf ihre Kosten.

Energie essen

Ein einfacher, aber nahrhafter Snack sind Energiebällchen. Dazu werden 100 Gramm Butter kleingeschnitten und mit vier kleingeschnittenen Datteln vermischt. Dazu kommen 250 Gramm Dinkelvollkornmehl, 75 Gramm Haferflocken, 50 Gramm geriebene Mandeln, vier Esslöffel Carob (gibt es in Drogerien und Bio-Märkten), Bourbonvanille, Zimt und Honig. Die Masse gut durchkneten, Kugeln formen und in Kokosraspeln wälzen.

Gerichte mit Gemüse versorgen die junge Familie mit den notwendigen Vitaminen und Mineralstoffen. Besonders einfach und köstlich ist Fenchel mit Orangensauce und Petersilie, Karotten-Polenta-Taler und Mousse au chocolat. Experimentierfreudigen wird die Zubereitung von Huhn mit Mole (Schokosauce) erklärt.

Werkzeug

Neben Kochtipps kommen auch andere wichtige Bereiche der Küche nicht zu kurz. Das richtig Werkzeug ist der beste Küchenhelfer, wissen Novak und Weiss. Aber es sei auch nicht unverschämt, andere um Hilfe zu bitten. Daher bietet es sich an, schon vor der Geburt den Freundeskreis zu erweitern und dadurch Küchengehilfen zu akkreditieren.

Und wenn selbst das Kochbuch nicht hilft: Kinder sind keine reine Frauensache. Außer gebären und ihnen die Brust geben, können auch Männer Schnuller aufheben, Windel wechseln und Nachts aufstehen. Dann bleibt der Partnerin auch mehr Zeit auf sich selbst zu achten. (jus, derStandard.at, 6. April 2009)