"PR gewinnt in Zeiten der Krise stark an Bedeutung", so ein Ergebnis der ersten PR Panel-Studie des PRVA, das für Auftraggeber gleichermaßen gilt wie für Agenturen. Gleichzeitig erwarten mehr als zwei Drittel der befragten PR-Experten auch für ihr Unternehmen bzw. ihre Agentur Auswirkungen der Krise. Bisher sind die Auswirkungen in den Unternehmen deutlich stärker zu spüren als in den Agenturen.

Fast die Hälfte der Befragten PR-ExpertInnen (46,8 Prozent) ist der Ansicht, dass PR in Zeiten der Krise "stark an Bedeutung gewinnt". Weitere zwei Fünftel (39,9 Prozent) gehen davon aus, dass PR zumindest "etwas an Bedeutung gewinnt". Bei dieser Einschätzung zeigen sich keinerlei Unterschiede zwischen Auftraggebern und Agenturen. Dass PR in Zeiten der Krise zumindest etwas an Bedeutung verlieren könnte, sehen nur knapp fünf Prozent der Befragten.

Erhöhter Kommunikationsbedarf, Krisenkommunikation und Vertrauensbildung

Auf die Frage nach den Gründen für die zunehmende Bedeutung von PR in Krisenzeiten werden vor allem drei Gründe genannt: In Krisenzeiten bestehe insgesamt erhöhter Kommunikationsbedarf, der auch eine Verbesserung der Kommunikation verlangt. Dazu komme die Notwendigkeit professioneller Krisenkommunikation und der Bedarf, verstärkt in den Aufbau bzw. die Stärkung des Vertrauens zu investieren. Was die Notwendigkeit von Krisenkommunikation betrifft, zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Unternehmen und Agenturen: Während mehr als ein Drittel der Agenturvertreter darin einen der wichtigsten Gründe für den Bedeutungszuwachs der PR in Krisenzeiten sehen, gilt das für Unternehmensvertreter nur zu knapp einem Fünftel.

Unternehmen stärker betroffen als Agenturen

Aktuell hat rund ein Fünftel der Befragten (21%) aus Unternehmen das Gefühl, von der Krise stark betroffen zu sein, weitere 47% fühlen sich etwas betroffen. Im Vergleich dazu ist die Krise auf Agenturseite noch nicht wirklich angekommen: Während ebenfalls 48% das Gefühl haben, etwas betroffen zu sein, fühlen sich nur 3,3% "stark betroffen".

CSR, Public Affairs und Digitalisierung gewinnen an Bedeutung

Auf die Frage, wie wichtig verschiedene PR-Bereiche derzeit in den Unternehmen/Agenturen sind bzw. in drei Jahren sein werden, ergibt sich folgendes Bild: Unternehmenskommunikation ist und bleibt nach Ansicht der Befragten am wichtigsten (heute und in drei Jahren je 60 Prozent sehr wichtig). Marken & Consumer PR (heute 32 Prozent, drei Jahren 45,8 Prozent sehr wichtig), Nachhaltigkeit und CSR (heute 21,6 Prozent, in drei Jahren 42,5 Prozent sehr wichtig) sowie Public Affairs und Lobbying (heute 25,5 Prozent, in drei Jahren 34 Prozent sehr wichtig) gewinnen an Bedeutung.

Interne Kommunikation & Change Management (heute 34,6 Prozent, in drei Jahren 37,9 Prozent sehr wichtig) sowie Krisenkommunikation (heute und in 3 Jahren 32 Prozent sehr wichtig) bleiben unverändert wichtig. Internationale Kommunikation, Investor Relations und Personal Coaching bzw. Kommunikationstrainings sind demgegenüber nach Ansicht der Befragten sowohl heute als auch in drei Jahren deutlich weniger wichtig.

Peter Hörschinger: "Es fällt auf, dass sich hier in der Einschätzungen der Ist-Situation Agenturen und Unternehmen teilweise doch deutlich unterscheiden. Was die Entwicklung der nächsten Jahre betrifft, sind sich Agenturen- und UnternehmensvertreterInnen aber bis auf wenige Nuancen einig. Hier hat die Branche offensichtlich doch ein sehr klares Bild, was die nächsten Jahre bringen werden."

Im Bereich der Kommunikationsinstrumente erwarten die Befragten in den nächsten drei Jahren einen deutlichen Bedeutungszuwachs aller digitalen Kommunikationsformen - von der Medienarbeit mit Online-Medien bis hin zur Nutzung der Social Media. (red)