Hühnerflut mit globalen Effekt: EU-Exporte zerstören lokale Märkte.: "We feed the World", 21.00, Arte.

Foto: Allegro Film

"Essen, aber richtig!" heftet sich Arte als Motto für diese Woche aufs Banner. Dazu folgt am Dienstag der Themenabend Euer Hunger - Unser Profit. Aktuelle Dokumentationen wie Hühner für Afrika - Vom Unsinn des globalen Handels (22.30 Uhr) zeigen die drastischen Auswirkungen der Subventionspolitik von EU und USA auf. Deren so gedopte Nahrungsmittelindustrie flutet afrikanische Märkte mit Fleisch, Mais oder Milch zu Dumpingpreisen und verdrängt sämtliche lokale Anbieter. Wie die lukrative Umwidmung von Anbauflächen für Nahrungsmittel zu Biosprit-tauglichem Mais oder Raps zerstört die Flut an europäischen Produkten die lokalen Strukturen, die zur Selbstversorgung nötig wären: Die Biosprit-Lüge (23.15 Uhr).

Das Team des deutsch-französischen Senders sorgt sich auch um den Wissensstand des Nachwuchses. "Für viele Kinder kommen Tomaten aus der Plastikschale oder schlimmstenfalls flüssig aus der Ketchupflasche", erklärt Arte-Programmdirektor Christoph Hauser.

Eine Wissenslücke, die TV-Köchin Sarah Wiener nicht nur bei der Herkunft von Gemüse stopfen will. In der zehnteiligen Doku-Reihe Sarah und die Küchenkinder schlachtet sie noch bis 17. April possierliche Tiere, um recht banal zu veranschaulichen, wo etwa ein Schnitzel oder Chicken Wings herauswachsen. Dass die Kinder in der Sendung mithelfen, erhitzte nicht nur das Butterschmalz, sondern auch den deutschen Boulevard.

Dokus wie Erwin Wagenhofers We feed the World - Essen global (21.00 Uhr) zeigen die globalen Nahrungsskandale. Dass sich die Umstände seit 2005 nicht maßgeblich geändert haben, thematisiert die Debatte bei Paris-Berlin mit Isabelle Giordano am Donnerstag um 22.30 Uhr: Der große Hunger, die große Armut. Dienstag, ab 20.15, Arte. (Georg Horvath, DER STANDARD; Printausgabe, 7.4.2009)