Chicago - Mit der Auswahl der Geschworenen hat am Montag der Prozess gegen einen früheren US-Soldaten begonnen, der im Irak mit Kameraden ein Mädchen vergewaltigt und umgebracht haben soll. Der Angeklagte Steven Green muss sich in insgesamt 17 Anklagepunkten vor einem Zivilgericht in Kentucky verantworten. Seine Komplizen wurden zu hohen Haftstrafen verurteilt. Green droht die Todesstrafe.

Anders als seine Kameraden wurde er nicht vor ein Militärgericht gestellt, da die Tat erst nach seinem Ausscheiden aus der US-Armee bekanntgeworden war. Nach den Aussagen seiner Kameraden war Green der Rädelsführer des brutalen Verbrechens während ihrer Stationierung im Irak. Er hatte ihnen demnach im März 2006 vorgeschlagen, "ein paar Iraker zu töten". Maskiert drangen die Soldaten in Mahmudijah südlich von Bagdad dann in das Haus einer irakischen Familie ein. Dort vergewaltigten sie nacheinander die 14-jährige Tochter.

Laut Aussagen eines Kameraden erschoss Green zuerst in einem Nebenzimmer die Eltern und eine weitere Tochter, bevor er dann auch die Waffe gegen das Vergewaltigungsopfer richtete. Um ihre Tat zu vertuschen, zündeten die Soldaten das Haus an. Der Fall von Mahmudijah hatte 2006 den ohnehin schon angeschlagenen Ruf der US-Streitkräfte im Irak weiter beschädigt. (APA/ag.)