Luxemburg - Bei der geplanten Aufnahme von Guantanamo-Häftlingen sind die Innenminister der 27 EU-Staaten einen Schritt weitergekommen. Mitgliedstaaten, die bereit sind, ehemalige Gefangene aufzunehmen, sollen Informationen über diese an andere Länder im Schengen-Raum weitergeben. Vor einer Aufnahme von Guantanamo-Insassen in Europa erwartet die EU von den USA einen umfassenden Steckbrief über die einzelnen Gefangenen. Hintergrund ist die Reisefreiheit im Schengen-Raum, die den ehemaligen Gefangenen ermöglichen würde, auch in EU-Länder zu reisen, die eine Aufnahme generell ablehnen.

Nach Angaben von EU-Justizkommissar Jacques Barrot hat die US-Regierung mittlerweile klargestellt, dass ein Teil der mittlerweile als ungefährlich eingestuften Guantanamo-Insassen in den Vereinigten Staaten bleiben könnten. "Die USA sind bereit, einige der ehemaligen Gefangenen auf ihrem eigenen Territorium zu beherbergen", sagte Barrot. Das US-Verteidigungsministerium hat insgesamt rund 60 Gefangene identifiziert, die Guantanamo theoretisch schon jetzt verlassen könnten, aber nicht in ihre Heimatländer zurückkehren können. Allerdings hält das Pentagon bei einigen von ihnen weiter eine Überwachung für erforderlich. (APA/dpa/AP)