Die Nachrichtenagentur Associated Press will verstärkt gegen Urheberrechtsverletzungen im Internet vorgehen. "Wir können nicht länger zuschauen, wie sich andere unter Berufung auf eine sehr fehlgeleitete, unbegründete Rechtsauslegung mit unserer Arbeit davonmachen", sagte der Verwaltungsratsvorsitzende Dean Singleton vom Verlagshaus MediaNews auf der Jahresversammlung des genossenschaftlich organisierten Non-Profit-Unternehmens am Montag in San Diego.

Tracking

Die Einzelheiten des Plans stehen noch nicht fest. Erwogen wird ein technisches System, das bestehende Tracking-Dienste erweitert und erkennt, ob Nachrichten und Berichte auf legale Weise im Netz verbreitet werden. Geplant ist außerdem eine Zusammenarbeit mit Zeitungen und Rundfunksendern, um gemeinsame Nachrichten-Webseiten zu erstellen. Die Initiative könne viele Formen annehmen, sagte AP-Vizepräsidentin Sue Cross: "Dies ist ein bedeutender Schritt für die Zusammenarbeit in der Branche."

Fair Use

In der Vergangenheit gab es mehrfach Konflikte zwischen AP und Bloggern über die Auslegung des Grundsatzes "fair use" im US-Urheberrecht. Demnach ist in begrenztem Rahmen die Verwendung von urheberrechtlich geschützten Inhalten zulässig. AP hat darüber hinaus auch einzelne Nachrichten-Websites verklagt, die den Nachrichtendienst ohne vertragliche Grundlage genutzt haben.

Umsätze

Der Umsatz von AP stieg im vergangenen Jahr um 5,3 Prozent auf 747,7 Millionen Dollar (554 Mio. Euro). Dazu trugen vor allem höhere Einnahmen aus dem Geschäft mit Internet-Medien sowie aus dem Video- und Foto-Angebot bei. Wegen höherer Kosten aufgrund der Berichterstattung über die Olympischen Spiele und die US-Präsidentenwahl ging der Gewinn vor Steuern um 18 Prozent auf 37,3 Millionen Dollar zurück.

Senkung

Steuersenkungen bewirkten jedoch eine Zunahme beim Nettogewinn um 4,5 Prozent auf 25,1 Millionen Dollar. Für dieses Jahr wird aufgrund der Zeitungskrise ein Umsatzrückgang auf etwa 700 Millionen Dollar erwartet. Im November vergangenen Jahres kündigte AP Personalkürzungen von zehn Prozent an. Die Nachrichtenagentur hat weltweit 4.100 Mitarbeiter. (APA)