Wien - Ein gebürtiger Österreicher ist am vergangenen Wochenende als Beisitzer in den Bundesvorstand der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) gewählt worden. Nach übereinstimmenden Berichten im Internet erhielt der Kärntner Andreas Thierry die erforderliche Stimmenanzahl. Unter anderem diese Wahl ließ das deutsche Wochenmagazin "Die Zeit" in ihrer Online-Ausgabe titeln: "Hitleristen gewinnen im NPD-Richtungsstreit".

Tatsächlich ist Thierry kein unbeschriebenes Blatt: In Österreich wurde er im Zuge der Affäre um Fotos von FPÖ-Obmann Heinz Christian Strache im Tarnanzug einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, als er als früherer Paintball-Partner Straches geoutet wurde und sich danach auch selbst zu Wort meldete. Das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes nennt Thierry einen "aus Kärnten stammende(n) Neonazi".

Darüber hinaus gilt Thierry als politischer Ziehsohn des Steirers Herbert S. Dieser trat wiederholt auch bei Veranstaltungen der NPD auf und gilt laut Experten in der deutschsprachigen Szene als eine der Ideologie bestimmenden Gestalten sowie als Kultfigur. Mit der Wahl Thierrys ist der Einfluss des 1924 geborenen ehemaligen SS-Untersturmführers Herbert S. auf die NPD laut Insidern zumindest nicht kleiner geworden. (APA)