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Die Untersuchungen der französischen Forscher zeigten, dass das Gehirn die Muskeln der linken Hand schneller wahrnimmt.

Foto: AP/Carolyn Kaster

Washington - Nach einer Transplantation beider Hände wird die neue Linke schneller vom Gehirn erkannt. Französische Forscher untersuchten zwei beidseitig transplantierte Patienten mehrere Jahre nach ihrer Operation und stellten fest, dass die Reaktivierung der für die Muskulatur der Hände zuständigen Hirnregionen unterschiedlich schnell geschieht.

Ihre Ergebnisse veröffentlichen Angela Sirigu vom staatlichen Forschungszentrum CNRS in Lyon und Kollegen in den Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften. Mit Hilfe magnetischer Impulse hatten sie den sogenannten Motorkortex im Hirn der beiden Patienten angeregt und damit die Nervenverbindung zu den Hand- und Armmuskeln getestet.

Bei dem ersten Fall handelte es sich um einen 20-Jährigen, der im Jahr 2000 beide Hände verloren und drei Jahre später Spenderorgane erhalten hatte. Die Muskeln der linken Hand hatte sein Gehirn den Angaben zufolge zehn Monate nach der Operation erkannt. Bei der rechten Hand vergingen für ähnliche Resultate 26 Monate.

Späte Reaktivierung

Die Forscher schließen daraus, dass Transplantations-Patienten die für ihre Hände zuständigen Regionen in der Hirnrinde reaktivieren können. Dies gelte auch dann, wenn der Verlust bereits Jahre zurückliege.

Der zweite Patient, ein 42 Jahre alter Mann, verlor 1996 beide Hände, Anfang 2000 bekam er Spenderhände verpflanzt, zuvor hatte auch er eine Prothese getragen. Die Forscher untersuchten ihn 51 Monate nach der Operation. Dabei wurde deutlich, dass das Gehirn die Muskeln der linken komplett wahrnahm, für die rechte Hand galt das hingegen nicht. Die Wissenschafter stellten dafür die Hypothese auf, dass die Weiterleitung der von den Nerven aufgenommenen Reize bei den fremden Händen nur teilweise funktioniert. Aus ihren Untersuchungen folgerten die Experten, dass Nervenbahnen auch lange nach einer Amputation reaktiviert werden können. (APA/dpa/red)