Berlin - Amnesty International hat Indonesien zwei Tage vor den Parlamentswahlen aufgerufen, Folter, politische Morde und willkürliche Haft im Land zu beenden. Es herrsche ein Klima der institutionalisierten Straflosigkeit für Mitglieder der Sicherheitskräfte, die teilweise exzessive Gewalt anwenden, teilte Amnesty Deutschland am Dienstag mit. Im vergangenen Jahr seien 117 politische Gefangene in Gefängnissen gewesen.

Ende der Straffreiheit gefordert

Nach Angaben von Amnesty werden seit 2003 wieder mehr Menschen in Indonesien hingerichtet. Aus der Provinz Papua, in der seit Jahrzehnten Separatisten für eine Unabhängigkeit kämpfen, lägen Berichte über schwere Menschenrechtsverstöße wie Folter und willkürliche Verhaftung vor. Oft würden die Täter nicht belangt. Gerichtsverfahren endeten meistens mit einem Freispruch. Amnesty hat ein Ende der Straffreiheit gefordert und eine umfassende und unabhängige juristische Aufklärung aller Menschenrechtsverletzungen.

In Indonesien sind am Donnerstag laut den als unzuverlässig geltenden Wählerlisten bis zu 171 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen. Es bewerben sich 38 Parteien und Tausende Kandidaten um die nationalen und regionalen Ämter. Die wichtigere Präsidentenwahl findet im Juli statt. (APA/dpa)