Wien - Erstes Urteil gegen Bank Medici, Herald Lux und HSBC: Das Luxemburger Tribunal d'Arrondissement (Bezirksgericht) hat laut belgischem Prozessfinanzierer Deminor rechtskräftig entschieden, dass der (von der Bank Medici verwaltete) Fonds Herald Lux und seine Vertragspartner für die Causa Madoff relevante Dokumente herausrücken müssen. Die Bank Medici weist die Darstellung zurück, sie sei nicht vom Urteil erfasst.

Deminor-Kunden hatten ein Eilverfahren gegen Herald Lux, Bank Medici und Depotbank HSBC angestrengt, weil die HSBC Dokumente nicht herausgab. Damit seien im Verkaufsprospekt fixierte Verpflichtungen verletzt worden. Mit den Dokumenten will Deminor die Haftung der Depotbanken, Investmentmanager und Wirtschaftsprüfer von Herald Lux feststellen. Die Bank Medici gehört übrigens zu 75 Prozent Sonja Kohn und nur zu einem Viertel der Bank Austria - und nicht, wie gestern berichtet, zu drei Vierteln.

"Kontrollmechanismen nicht installiert"

Deminor ist überzeugt, dass HSBC und Medici "ihren gesetzlichen Verpflichtungen nicht nachkamen und notwendige Kontrollmechanismen nicht installiert haben", nachdem das Fondsvermögen Madoff anvertraut worden ist. Die Banken bestreiten das. (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.4.2009)