Wien - Es war eine Premiere für den eben gekürten Bildungsstadtrat: Christian Oxonitsch (SP) saß am Dienstag erstmals an der Seite von Bürgermeister Michael Häupl (SP), um zu verkünden, wie die Stadt gedenkt, im Bildungsbereich „neue Standards" zu setzen.

Das Vorzeigeprojekt der Stadt soll der Schul-Campus am Monte Laa im zehnten Bezirk werden, dessen Eröffnung bereits von Oxonitschs Vorgängerin Grete Laska für den Herbst geplant worden war. Dort werden vorerst Kindergarten und Volksschule unter einem Dach vereint, zudem wird Nachmittagsbetreuung angeboten. Von 6 bis 18 Uhr können die Kinder im Campus sein, auch in den Ferien. Außerhalb der Kernbetreuungszeit (das schulische Angebot dauert von 8 bis 15.30 Uhr) ist das freilich kostenpflichtig. In einer weiteren Ausbaustufe ist geplant, auch eine Mittelschule am Campus unterzubringen.

Der Spatenstich für einen zweiten Campus wird im kommenden Monat erfolgen, kündigte Oxonitsch am Dienstag an. Für einen weiteren Standort in Floridsdorf läuft derzeit ein Architektenwettbewerb, die Eröffnung ist für das Schuljahr 2012/13 terminisiert. 

Der neue Bildungsstadtrat verkündete außerdem, dass in den nächsten zehn Jahren 570 Millionen Euro in die Sanierung von bestehenden Schulstandorten investiert werden sollen. Für diesen Punkt gab es prompt Kritik von der Opposition: VP-Stadträtin Isabella Leeb forderte Oxonitsch auf, das Schulsanierungspaket vorzuziehen und rascher umzusetzen als geplant; und Grünen-Schulsprecherin Susanne Jerusalem findet es „schade, dass Stadtrat Oxonitsch nichts Neues anzubieten hat" - die Schulsanierung sei nämlich ein idealer Zeitpunkt, um aus Halbtagsschulen Ganztagsschulen zu machen. (hei/DER STANDARD, Printausgabe, 8.4. 2009)