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Von Piraten entführt: US-Kapitän Richard Phillips.

Fotos: Reuters/Phillips family

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Den Piraten gelang es, den Kapitän des Schiffes, Richard Phillips in ihre Gewalt bringen und in einem Beiboot zu verschleppen.

Foto: REUTERS

Es begann als einer der Piratenüberfälle, wie man sie vor Somalias Küste derzeit beinahe täglich sieht. Doch am Freitag war aus dem Überfall auf das unter amerikanischer Flagge fahrende Containerschiff "Maersk Alabama" längst ein Geiseldrama auf hoher See geworden. Der Kapitän der "Alabama", Richard Phillips, befand sich in der Gewalt von vier Piraten an Bord eines Rettungsbootes, das ohne Treibstoff manövrierunfähig im Indischen Ozean dümpelte.

Nur wenige hundert Meter entfernt erhob sich die graue Außenwand der "USS Bainbridge", eines Zerstörers der US-Marine. Ein Versuch des 53-jährigen Kapitäns Phillips, in der Nacht zum Freitag im Schutz der Dunkelheit in Sicherheit zu schwimmen, scheiterte.

Die somalischen Piraten schafften ihn zurück an Bord. Per Satellitentelefon gaben sie sich kampfeslustig. "Wir haben keine Angst vor den Amerikanern und werden uns verteidigen, wenn wir angegriffen werden." Der US-Kommandeur für den Nahen und Mittleren Osten, David Petraeus, erklärte am Freitag, man strebe eine friedliche Lösung an.

Auch die US-Bundespolizei FBI wurde eingeschaltet. "Wir wollen aber alle Mittel zur Verfügung haben, die in den nächsten Tagen gebraucht werden könnten", erklärte Petraeus.

Manche Fragen dürften erst nach Ende des Geiseldramas auf hoher See beantwortet werden. So ist es erstaunlich, dass sich gleich zwanzig Amerikaner an Bord der Alabama befanden. Normalerweise rekrutiert sich die Besatzung von Containerschiffen aus Billiglohnländern. (Marc Engelhardt aus Nairobi/DER STANDARD, Printausgabe, 11./12./13.4.2009)