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Anhänger Becalis fordern seine Freilassung.

Foto: Reuters/Cristel

Bukarest - Der bekannteste Neureiche Rumäniens, Gigi alias George Becali, wurde vergangenen Freitag von vermummten Sicherheitskräften in seiner Zuckerbäckerstil-Villa am Rande Bukarests festgenommen. Die Anschuldigung: Nachdem ihm im Jänner 2009 seine Maybach-Limousine gestohlen worden war, soll Becali vier seiner tätowierten "Jungs" losgeschickt haben, um das Auto wiederzufinden und die Diebe zusammenzuschlagen, was den "Jungs" laut Becali in weniger als einer Stunde gelang. Danach soll er aber seinen Bodyguards befohlen haben, aus Mitleid mit ihnen den Dieben "ein Taxigeld" zuzustecken.

Wegen Selbstjustiz und Freiheitsberaubung - und nicht wie eher zu erwarten wegen der so genannten "Geldkoffer-Affäre", in der Becalis Vertraute 1,7 Millionen Euro an Fußballspieler verteilen wollte, um das Ergebnis der Meisterschaft zugunsten seines Clubs zu beeinflussen - läuft nun ein Verfahren gegen den Magnaten.

Becali behauptet, dass die drei Diebe versucht hätten, ihn um 50.000 Euro im Tausch gegen eine Nichtanzeige zu erpressen. "Die Diebe befinden sich noch auf freiem Fuß, während der Geschädigte hinter Gittern sitzt" , klagt Becali die rumänische Justiz an und erklärte, dass er sein Auto nie zurückbekommen hätte, wenn er zur Polizei gegangen wäre, da es bereits deutsche Kennzeichen trug und in derselben Nacht wohl aus Rumänien ausgeführt worden wäre. Das Einspruchsverfahren gegen die Untersuchungshaft blieb erfolglos.

Der Fußballclub-Besitzer, Chef der "Partei Neue Generation", Sponsor der orthodoxen Kirche und "Retter" ganzer Dörfer, die von Naturkatastrophen heimgesucht wurden, erfreut sich nun einer großen Sympathiewelle. 400 Anhänger und Parteifreunde versammelten sich, in "Free Gigi" -T-Shirts gekleidet vor dem Justizgebäude, sogar eine "Koalition Free Gigi" soll gegründet werden. Pfarrer im ganzen Lande sprechen Gebete "damit Gott auch in diesem Fall Gerechtigkeit walten ließe". Die zuständige Richterin, erhielt Morddrohungen gegen sie und ihre Kinder.

Becali will nun auch bei den EU-Wahlen für die rechtsextreme Großrumänien-Partei (PRM) antreten. Wie die Partei am Mittwoch bekanntgab, werde der Inhaber des Fußballclubs Steaua Bukarest Platz zwei nach Parteichef Corneliu Vadim Tudor auf der PRM-Kandidatenliste einnehmen. (Laura Balomiri/DER STANDARD, Printausgabe, 9.4.2009/APA)