"Der Optimismus in der österreichischen Werbewirtschaft nimmt weiter ab. Es gehen mehr als 43 Prozent der Befragten von einer Abnahme der Werbeaktivitäten in den nächsten 12 Monaten aus. Mehr als die Hälfte (52,5 Prozent) nimmt bereits jetzt, im 1. Quartal 2009, deutliche Etatkürzungen wahr. Nur 8,2 Prozent berichten über eine Zunahme der Werbeaktivitäten. Aus dem Vergleich mit dem 4. Quartal 2008 lässt sich jedoch auch ein Hoffnungsschimmer herauslesen. Die Zahl derer, die vor drei Monaten Umsatzrückgänge erwarteten, lag mit deutlich über 50 Prozent um 7 Prozentpunkte über dem aktuellen Wert", so fasst Peter Drössler, Obmann des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich, die Ergebnisse des aktuellen Werbe-Optimismus-Index zusammen.

Agenturen optimistischer

"Während 31,5 Prozent der Agenturen das aktuelle Stimmungsbild als sehr oder eher optimistisch beschreiben, sind unter den Auftraggebern nur 10,7 Prozent eher zuversichtlich. Sehr optimistisch schätzt überhaupt kein einziges befragtes werbetreibendes Unternehmen das aktuelle Stimmungsbild der österreichischen Werbewirtschaft ein. Der Werbeoptimismus ist damit mit 25 Prozent (sehr bzw. eher optimistisch, Agenturen und Auftraggeber) auf einem historischen Tiefstand. Im Sommer 2008 vor der Krise lag der Wert bei 63,6 Prozent", so Marketagent.com-Geschäftsführer Thomas Schwabl.

Online-Werbung und Direct Mail am stablisten

Online-Werbung oder Direct Mail sind nach wie vor die Werbeaktivitäten, die am positivsten bewertet werden. 15,8 Prozent der Auftraggeber sind der Meinung, dass Online-Werbung im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum selben Quartal des Vorjahres stark zugenommen hat. 19,1 Prozent sind sich sicher, dass Online-Werbung vor allem im anhaltenden Krisenjahr 2009 weiter wachsen wird. Auch die Einschätzung für die Entwicklung von Direct Mail hat sich mit einer Zunahme im Vergleich zum selben Quartal des Vorjahres um 6 Prozent vergleichsweise stabil gehalten und wird auch in Zukunft mit 7,1 Prozent ganz vorne dabei sein. Änderungen bei der Verteilung des Marketingbudgets gab es im Vergleich zum Vorjahr kaum. Nach wie vor fließt die Mehrheit des Budgets der werbetreibenden Unternehmen in die Klassik.

Der Werbe-Optimismus-Index analysiert Entwicklungen und Erwartungen in einem mehrstufigen System aus insgesamt vier Blickwinkeln, nämlich von den österreichischen Top 500-Auftraggebern, den Werbeagenturen, den Konsumenten und den Medien. Der aktuelle Werbe-Optimismus-Index zeichnet ein umfassendes Bild der Branchenkonjunktur im ersten Quartal 2009 und gibt einen Ausblick auf die nächsten 12 Monate. (red)