Nach den geplatzten Übernahme-Gesprächen mit IBM will der Verwaltungsrat von Sun Microsystems heute, Mittwoch, über das weitere Vorgehen beraten. Wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet, gibt es in dem Gremium Uneinigkeit über die möglichen Vorteile eines Kaufs durch den IT-Dienstleister IBM. Sun-Chef Jonathan Schwartz führe derzeit eine hitzige Debatte mit Unternehmens-Mitgründer Scott McNealy, der dem Verwaltungsrat vorsitzt und als Gegner einer Übernahme gilt.

Schuld

Das Aus der Gespräche geht dem Bericht zufolge wesentlich auf McNealy zurück. Danach habe sich vor allem der Firmen-Gründer zusammen mit einer Minderheitsgruppe von Verwaltungsratsmitgliedern gegen die Übernahme durch IBM ausgesprochen. Sun-CEO Schwartz dagegen hätte den erfolgreichen Abschluss der Gespräche gern gesehen, auch wenn er den Kaufpreis als zu niedrig ansehe. Am Wochenende hatte der Sun-Verwaltungsrat die vor Wochen aufgenommenen Gespräche abgebrochen, IBM zog daraufhin sein Kaufoffert in Höhe von 7 Mrd. Dollar (5,3 Mrd. Euro) zurück.

Planlos

Als mögliche Gründe für das Platzen des Deals waren der als zu niedrige Kaufpreis sowie fehlende Garantien für Sun für den Fall genannt worden, dass die Pläne auf Bedenken bei den Kartellwächtern stoßen könnten.

Noch seien die Berater der Unternehmen weiter im Gespräch, heißt es. Sollten die Übernahmepläne von IBM jedoch endgültig scheitern, hätte Schwartz einen schweren Stand im Unternehmen. Branchenbeobachter gehen bereits davon aus, dass ihm ein Scheitern den Posten an der Spitze des Unternehmens kosten dürfte. (APA/dpa)