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Justizministerin Martha Karua ist zurückgetreten

Foto: Reuters/Khamis

Nairobi - Die Ministerin machte nicht viele Worte. "Ich habe heute meinen Rücktritt als Justizministerin eingereicht, weil ich meine Position nicht mehr haltbar finde", erklärte Martha Karua am Dienstag vor der Presse.

Vor gut einem Jahr, als der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan es geschafft hatte, Präsident Mwai Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga (heute Premierminister) zur Zusammenarbeit zu bewegen, galt die große Koalition noch als Hoffnungsträger. Mit ihrer Gründung endeten die Unruhen mit mehr als 1300 Toten. Ein Jahr später steht sie kurz vor ihrem Zusammenbruch. Ein Krisengipfel, zu dem die knapp 100 Minister eigens in ein Strandhotel geflogen waren, platzte, weil sich Kibaki und Odinga nicht auf die Tagesordnung einigen konnten.

Mit Karua verschwindet auch die letzte Hoffnung, vor den Wahlen in drei Jahren eine neue Verfassung zu verabschieden, die den schwelenden Kompetenzstreit zwischen Präsident und Premier lösen könnte. (men/DER STANDARD, Printausgabe, 9.4.2009)