Wien - Jeder zehnte Verkehrstote ist im vergangenen Jahr bei einem Auffahrunfall ums Leben gekommen, geht aus einer Analyse der Verkehrsunfallstatistik des ÖAMTC hervor. Auffahrunfälle werden von Dränglern oder "Auffahr"-Lenkern verursacht, die zu wenig Sicherheitsabstand zum Vordermann einhalten. 

Jeder fünfte Unfall mit Personenschaden war auf zu geringen Sicherheitsabstand zurückzuführen. Mehr als 8.500 derartige Unfälle mit Personenschäden haben sich vergangenes Jahr auf Österreichs Straßen ereignet. 61 Menschen sind 2008 nach einem Auffahrunfall gestorben. Laut ÖAMTC werden vermutlich weit mehr Verkehrsteilnehmer bei Auffahrunfällen verletzt oder kommen dabei ums Leben als in der Statistik angeführ..

Polizei hat nur elf Abstandsmess-Systeme

ÖAMTC-Verkehrsexperte Willy Matzke fordert gerade im Osterreiseverkehr verstärkte Abstandskontrollen der Exekutive. Die Polizei hat laut ÖAMTC zwar tausende Verkehrsüberwachungsgeräte im Einsatz, darunter jedoch nur elf Abstandsmess-Systeme. "Dabei würde das Einhalten des richtigen Sicherheitsabstandes automatisch das Tempo auf Autobahnen eindämmen", so der Fachmann. Aggressives Verhalten, wie es Drängler häufig an den Tag legen, könnte so "endlich der Vergangenheit angehören", meinte Matzke.

Einer der Gründe für die wenigen Geräte sei, dass die mobilen Systeme in spezielle Fahrzeuge eingebaut sind. Ihre Handhabung und Funktionsweise sei auch weit komplexer als etwa eine Laserpistole, wie sie für Tempomessungen eingesetzt wird, erklärt Alexander Marakovits, Sprecher des Innenministeriums.

Als Hauptunfallursache im Straßenverkehr gilt mit 35 Prozent nicht angepasste Geschwindigkeit, gefolgt von von Vorrangverletzungen (14 Prozent), Unachtsamkeit und Ablenkung (elf Prozent) und Überholen mit neun Prozent. (APA)