Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet im kommenden Jahr wegen der Konjunkturpakete der Regierungen und sinkender Preise mit einer wirtschaftlichen Stabilisierung. "Unter Berücksichtigung dieser Effekte ist der EZB-Rat der Ansicht, dass die Risiken für die Konjunkturaussichten weitgehend ausgewogen sind", heißt es in dem am Donnerstag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht der Währungshüter. Die Konjunktur im Euro-Raum wird sich 2010 allmählich erholen.

Im laufenden Jahr dürfte die Nachfrage weltweit sehr schwach bleiben, die Wirtschaft weltweit als auch im Euroraum befinde sich "in einem schwerwiegenden Abschwung", schreibt die Notenbank in ihrem Monatsbericht April, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Im Kampf gegen die Wirtschaftskrise hatte die EZB vor einer Woche den Leitzins um 0,25 Punkte auf 1,25 Prozent gesenkt. Das ist der niedrigste Stand seit dem Zweiten Weltkrieg. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet schloss weitere Zinsschritte nach unten nicht aus.

Analysten hatten mit einem größeren Zinsschritt gerechnet und die Ankündigung unorthodoxer geldpolitischer Maßnahmen erwartet. Dies war zur Überraschung fast aller Beobachter ausgeblieben. Die EZB wiederholte in ihrem Monatsbericht wie üblich nahezu wortgleich die Aussagen von Notenbank-Chef Jean-Claude Trichet aus der vergangenen Woche. Er hatte bei der Pressekonferenz nach dem Zinsentscheid den Beschluss der Währungshüter begründet. (APA/Reuters/dpa)