Kulmbach/Augsburg - Das Wesen ist nur wenige Millimeter groß, für die Wissenschaft hat seine Entdeckung aber  außerordentliche Bedeutung: Forscher haben in Oberfranken das mehr als 500 Millionen Jahre alte Fossil eines Stachelhäuters freigelegt - und damit den ältesten Ahnen von Seesternen und Seeigeln in Mitteleuropa.

Foto: Bayerisches Landesamt für Umwelt

"Es wirkt fast wie ein Alien", beschrieb Professor Gerd Geyer, Geologe am Bayerischen Landesamt für Umwelt, den Fund am Donnerstag. Es handle sich um einen vollständig erhaltenen Vorfahren von Seesternen und Seeigeln. Das Fossil wirke fremdartig, weil es anders als seine Nachfahren völlig unsymmetrisch sei. Das Wesen sei ein Vertreter einer bisher nicht bekannten Art von Stachelhäuter.

Foto: Bayerisches Landesamt für Umwelt

Entdeckt wurde das Fossil in der Nähe der Ortschaften Wildenstein, Schlopp und Presseck (Landkreis Kulmbach). Fachleute sprechen bei der nur kleinflächig vorkommenden Gesteinsschicht, in der das Fossil freigelegt wurde, von der sogenannten Galgenformation.

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Bei der Untersuchung des Fundes hat Professor Geyer mit Wissenschaftlern in London und dem spanischen Zaragoza zusammengearbeitet, betonte das Landesamt. Dabei wurde erstmals auch die Computertomographie zur dreidimensionalen Rekonstruktion eingesetzt. (APA/red)

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