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Die kommerzielle kanadische Robbenjagd geht in die zweite Phase: Am Mittwoch eröffnete das Fischereiministerium die Jagd im nördlichen Teil des Sankt-Lorenz-Golfes - 64.000 Jungtiere sind hier zum Töten freigegeben.

Foto: APA/EPA/STEWART COOK

New York/Ottawa - Die Nachfrage nach Robben-Pelzen sinkt und verdirbt damit Kanadas Robbenjägern das Geschäft. Bei einem Erlös von nur noch 15 bis 30 kanadischen Dollar (umgerechnet neun bis 18 Euro, Anm.) für ein Fell lohne es sich laut kanadischen Medien für viele Jäger nicht mehr, auf das Packeis zu gehen. Vor zwei Jahren hatten die Fischer im Osten Kanadas, die mit der Robbenjagd am Ende des Winters traditionell ihr Einkommen aufbessern, noch 100 kanadische Dollar pro Fell kassiert.

Derweil warnt die pelzverarbeitende Industrie, sie werde selbst zum Niedrigstpreis nicht alle Felle abnehmen können. Sie rät den Robbenfängern, nicht ohne sichere Zusagen von Käufern auf Jagd zu gehen. Schuld an dem Einbruch des Marktes sind vor allem die Weltwirtschaftskrise und das erwartete Verbot des Europaparlaments für alle Robbenprodukte, sagte der Manager des fellverarbeitenden Unternehmens Nutan Furs in Corner Brook, Deon Dakins, kürzlich dem Rundfunksender CBC.

Der Tierschutzbund IFAW (International Fund for Animal Welfare) in Ottawa begrüßte die Entwicklung. "Natürlich sind wir darüber erfreut", sagte die IFAW-Forscherin Sheryl Fink in einer Erklärung vom Mittwochabend. "Wir haben nichts dagegen, wenn der Markt ein Ende dieses unmenschlichen Schlachtens herbeiführt".

280.000 Robben zur Jagd freigegeben

Fink sagte, dass sich nach ihren Informationen etliche der lizenzierten Robbenfänger nicht an der Jagd auf die Tiere im Golf des St. Lorenz-Stroms, westlich von Neufundland, beteiligen wollten. In diesem Gebiet hat das kanadische Fischereiministerium vom Mittwoch die zweite Phase der heurigen Robbenjagd eingeläutet und 64.000 Jungtiere zur Tötung freigegeben. Insgesamt dürfen in dieser Saison 280.000 Robben erschlagen und gehäutet werden. (APA/red)