"In den meisten Interviews wird dann doch immer wieder die Herkunft der Bandmitglieder angesprochen. Das nervt mitunter, schließlich wollen wir nach unserer Musik bewertet werden", resümiert Nihal Sentürk alias Fatima Spar das zuletzt doch beachtliche Rauschen im Blätterwald, das der vielschichtigen Band zuteil wurde.

Die türkischstämmige Vorarlbergerin und ihre österreichisch-bulgarisch-serbisch-ukrainische Entourage werden aktuell als Flaggschiff der Wiener Balkanszene gehandelt und sind als solches durchaus auch international vielbeschäftigt.

Nach der Debüt-CD Zirzop aus dem Jahre 2005 haben sich Fatima Spar & The Freedom Fries kürzlich mit der Zweitlings-Einspielung Trust (bei Geco/Hoanzl erschienen) neue Perspektiven eröffnet. "Ich wollte raus aus der Balkan-Schublade", erklärt Nihal Sentürk.

Trust weist denn auch in Richtung eines musikalisch kosmopolitischen, textlich substanzvollen Singer-Songwriter-Konzepts. Starke Frauenfiguren werden da thematisiert - zwischen einer Billie-Holiday-Hommage und einer berückenden Version von Friedrich Hollaenders Kleptomanin nimmt die Titelnummer implizit sogar auch auf den heftigen Streit um die dänischen Mohammed-Karikaturen Bezug: "I do not trust in Jesus / nor the man whose name I do not dare to pronounce." (felb, DER STANDARD - Printausgabe, 9. April 2009)