Wien - Mitte Juni soll der Masterplan für den Donaukanal fertig sein - und mit zweimonatiger Verspätung mehr Struktur in die Projektplanung bringen. Träumten die Stadtplaner anfangs noch von schwimmenden Spa-Hotels, großzügigen Sportanlagen und unzähligen neuen Brücken, bäckt man allerdings inzwischen wesentlich kleinere Brötchen. Neben viel Grünraum ist hauptsächlich Gastronomie vorgesehen.

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Stadt Tel Aviv lädt die israelische Botschaft heuer gemeinsam mit der Stadt Wien zum Tel-Aviv-Beach. Gegenüber dem Musikclub Flex nahe der Augartenbrücke geht es neben diversen Kulturprojekten von isrealischen und österreichischen Künstlern auch um den kulinarische Vielfalt: Haya Molcho, Besitzerin des Naschmarktlokals Neni, kocht Gerichte aus unterschiedlichen Ländern. Der Strand soll auch in den nächsten Jahren genutzt werden, ein Nachbetreiber werde gesucht, sagt Donaukanal-Koordinator Bernhard Engleder.

Einige Jahre später als geplant soll es heuer auch erstmals einen Gourmet-Markt geben. Norbert Weber, Besitzer des heruntergekommenen Ausflugsschiffs "Johann Strauß" , das zwischen Salztor- und Marienbrücke ankert, will neben dem Schiff Delikatessen verkaufen lassen. Derzeit machen Weber, der seit Jahrzehnten am Donaukanal mitmischt, allerdings Bauarbeiten der Wiener Linien für den Hochwasserschutz Sorgen. Wann die neuen Standeln aufsperren können, ist noch ungewiss.

Fix ist hingegen, dass die Adria Wien (Salztorbrücke) und die Strandbar Hermann (Urania) ab 17. April wieder offen haben. Bis dahin sollte auch klar sein, welche Bewerber für die Nutzung des Otto-Wagner-Schützenhauses (Augartenbrücke) in die engere Auswahl kommen. Interesse bekundet haben unter anderem die Adria-Wien/Badeschiff-Betreiber, denen ein Jugendhotel vorschwebt, sowie das Atelier Augarten, das im denkmalgeschützten Bau neue Ausstellungsräume einrichten will. (stem, DER STANDARD - Printausgabe, 10. April 2009)