Die in Wien ansässige Südosteuropäischen Medienorganisation (SEEMO) hat die Regierung Moldawiens aufgerufen, dass Recht von Journalisten auf Bewegungsfreiheit zu achten. "Ich appelliere an die moldawischen Behörden, das Recht auf freie Bewegung von Einzelpersonen und Journalisten sowie die Meinungsfreiheit (...) zu achten", erklärte SEEMO-Generalsekretär Oliver Vujovic am Freitag in einer Aussendung. Die Organisation berichtete, dass eine Gruppe von Reportern, die über die Unruhen vom Dienstag in Chisinau berichten wollten, an der Grenze nicht durchgelassen wurden.

Auch Medienorganisationen aus Moldawien und Rumänien protestierten gegen Schritte der moldawischen Behörden gegen die Medienfreiheit, so SEEMO. Vujovic betonte, für die Einreise von EU-Bürgern sei lediglich ein Reisepass nötig. Eine Akkreditierung - wie offenbar an der Grenze verlangt - sei "gegen die Regel".

Laut der Südosteuropäischen Medienorganisation wurde am Freitag die Chefredakteurin des "Jurnal de Chisinau" vor dem Regierungsgebäude von vier unbekannten Zivilisten "gekidnappt". Sie sei dann von der Polizei verhört und zwei Stunden später freigelassen worden. Der Kontakt zu dem Kameramann Doru Dendiu vom rumänischen Sender TVR sei abgebrochen, nachdem ihn die Polizei in der Früh daran hinderte, seine Arbeit zu machen.

Nach dem Sieg der seit 2001 an der Macht befindlichen Kommunisten bei der Parlamentswahl am vergangenen Sonntag war es in Chisinau zu schweren Unruhen mit rund 270 Verletzten und etwa 200 Festnahmen gekommen; eine Person starb. Die Demonstranten waren meist Jugendliche. (APA)