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Die Polizei geht mit Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor.

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In der Nacht auf Montag kam es zu Zusammenstößen zwischen der Armee und Demonstranten. 77 Menschen wurden verletzt. Am Vormittag beruhigte sich die Situation.

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Ex-Premier Thaksin, hier nur als Pappkamerad, plant vom Exil aus seine baldige Rückkehr an die Macht

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Bangkok- Der erbitterte Machtkampf zwischen Regierung und Opposition in Thailand hat zu Blutvergießen geführt. Zwei Menschen kamen am Montag bei gewaltsamen Protesten in Bangkok ums Leben, wie Mediziner mitteilten. Demnach wurden sie bei einem Schusswechsel zwischen regierungsfeindlichen Demonstranten und ihnen feindlich gesinnten Bewohnern eines Wohngebiets getötet. Bei den Opfern handelte es sich um Männer im Alter von 54 und 19 Jahren.

Es waren die ersten Todesfälle seit Beginn der Proteste gegen die Regierung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva am Wochenende. Außerdem wurden bis Montag mehr als 100 Menschen verletzt. Die Regierung hat am Sonntag den Ausnahmezustand verhängt und versucht seither, in Bangkok ein Versammlungsverbot durchzusetzen. Bei den Demonstranten handelt es sich um Anhänger des gestürzten früheren Regierungschefs Thaksin Shinawatra. Dieser hatte die arme Landbevölkerung hinter sich, während die jetzige Regierung vor allem von der Mittelschicht und den Unternehmern unterstützt wird.

Katz- und Mazsspiel

Die in Rot gekleideten Demonstranten lieferten sich ein stundenlanges Katz- und Mausspiel mit den Sicherheitskräften. Polizisten und Soldaten gingen ihrerseits mit Warnschüssen, Tränengas und Wasserwerfern gegen die Protestierenden vor. Die "Rothemden" brachten Stadtbusse in ihre Gewalt, setzten mindestens ein Fahrzeug in Brand und blockierten Straßenkreuzungen. Auch aus brennenden Reifen wurden Barrikaden errichtet.

Am Abend zogen sich die Demonstranten auf den Königsplatz in der Nähe des Amtssitzes von Abhisit zurück. Dort kampieren Regierungsgegner schon seit dem 26. März. Etwa 100 Frauen gingen den Soldaten entgegen und forderten sie zum Gewaltverzicht auf. Einige umarmten die Soldaten, andere knieten nieder und riefen: "Bitte hört auf, Brüder!"

Armee will "alle Mittel" einsetzen

Generalstabschef Songkitti Jaggabatara kündigte in einer Fernsehansprache an, die Armee werde "alle Mittel einsetzen, um das Chaos zu beenden". Die Soldaten würden nur zur Selbstverteidigung von der Waffe Gebrauch machen. Ministerpräsident Abhisit rief die Demonstranten auf, sich zurückzuziehen. Es gehe darum, "Schritt für Schritt die Ordnung wiederherzustellen und die Gewalt zu beenden". Die Proteste überschatteten auch das am Montag begangene thailändische Neujahrsfest.

Am Samstag erzwangen die Demonstranten den Abbruch des Asien-Gipfels. Mehr als 1.000 Menschen stürmten das Konferenzzentrum in Pattaya. "Wir haben gewonnen", jubelten sie nach dem Abbruch des Gipfeltreffens, das am Freitag begann und bis Sonntag dauern sollte. Als die Demonstranten den Tagungsort stürmten, hielten sich neun Staats- und Regierungschefs dort auf. Die Delegationen wurden mit Hubschraubern ausgeflogen. Die Regierung rief daraufhin den Ausnahmezustand für Bangkok und Umgebung aus.

Die Partei der Vertrauten Thaksins war bis Dezember vergangenen Jahres an der Regierung, ehe sie unter dem Druck monatelanger Massenproteste der jetzigen Regierungsanhänger abgelöst wurde. Jetzt fordern Aktivisten aus Thaksins Lager ihrerseits den Rücktritt von Ministerpräsident Abhisit. Aus dem Exil rief der wegen Korruption verurteilte Thaksin zur Revolution auf.

Reisewarnungen

Mehrere Länder wie Singapur, Australien und Kanada warnten jetzt vor Reisen in das südostasiatische Land. Das österreichische Außenministerium rät auf seiner Website von nicht unbedigt notwendigen Reisen nach Bangkok ab. Der Flugbetrieb funktioniere nach wie vor ungestört. Bahnverbindungen von und nach Bangkok seien aber bis auf weiteres eingestellt worden.

TUI sagt Bangkok-Ausflüge ab

Der größte deutsche Reiseveranstalter TUI hat im Einklang mit den Empfehlungen europäischer Regierungen alle im Rahmen seiner Thailand-Reisen geplante Ausflüge in die Hauptstadt Bangkok abgesagt. Kunden, die einen längeren Aufenthalt in der thailändischen Hauptstadt gebucht hätten, rate man zu einer kostenlosen Umbuchung, teilte TUI am Montagabend in einer Aussendung mit.

Zwar sei der Aufenthalt in einem Hotel der thailändischen Hauptstadt derzeit möglich, ein Urlaub in Bangkok sei aber aufgrund der dortigen Lage "nicht empfehlenswert", so TUI. Die Möglichkeit einer kostenlosen Umbuchung von Bangkok-Reisen sowie die Absage von Ausflügen in die Hauptstadt gelte für alle Anreisen bis einschließlich 19. April 2009. TUI rate allen Gästen, Menschenansammlungen zu meiden und das Regierungsviertel, in dem sich die Demonstrationen konzentrieren, nicht zu betreten.

Der Flugverkehr in Thailand, auch über den außerhalb der Stadt gelegenen internationalen Bangkoker Flughafen, verlaufe bisher störungsfrei. Auch die Schwerpunktgebiete des Tourismus im Süden Thailands, unter anderem Phuket, seien "bisher unbeeinträchtigt von Zwischenfällen" geblieben, betonte TUI unter Berufung auf Reisehinweise des deutschen Außenministeriums. Bei einer veränderten Lage werde der Krisenstab des Reiseveranstalters aber "unverzüglich" die notwendigen Maßnahmen ergreifen. (APA/AP/AFP/dpa/red)