New York  - Im größten Betrugsfall der Finanzgeschichte wollen Anleger eine Privatinsolvenz des geständigen Geschäftsmannes Bernard Madoff erzwingen. So soll mehr Geld zur Entschädigung von Opfern zur Verfügung stehen. Auch die Zahl der Anspruchsberechtigten könnte auf diese Weise steigen. Einige Investoren reichten am Montag vor einem New Yorker Gericht laut US-Medien einen entsprechenden Antrag ein.

Der Schaden durch Madoffs jahrzehntelanges Schneeball-System soll insgesamt bis zu 65 Milliarden Dollar betragen. Der 70-Jährige sitzt derzeit in New York in Untersuchungshaft. Ihm drohen bis zu 150 Jahre Gefängnis. Das US-Justizministerium und die Börsenaufsicht SEC hatten sich vergeblich gegen eine Privatinsolvenz ausgesprochen. Sie befürchten, dass dadurch das Verfahren gegen Madoff in die Länge gezogen und noch teurer wird.

Ein Treuhänder wickelt derzeit die Firma des Ex-Brokers ab und versucht, so viel wie möglich für die Opfer zu retten. Einige geprellte Investoren versprechen sich aber von einer Privatinsolvenz, dass dann auch Vermögenswerte zur Entschädigung herangezogen würden, die Madoff nicht durch den Betrug erworben hat. Außerdem könnten ihrer Ansicht nach dadurch mehr Opfer auf Geld hoffen, die über Finanzvermittler und Fonds ihr Geld indirekt und ohne ausdrückliche Zustimmung bei Madoff investiert hatten. (APA/dpa)