Am Dienstag beginnt im Wiener Straflandesgericht der mittlerweile dritte Prozess in der sogenannten Visa-Affäre: Nachdem bereits dubiose Vorgänge an den Vertretungen in Budapest, Bukarest und Kiew gerichtlich aufgearbeitet worden sind, muss sich nun der ehemalige Vizekonsul an der Botschaft in Belgrad wegen Amtsmissbrauchs vor einem Schöffensenat verantworten.

Der heute 38-Jährige soll im Zeitraum 2003 bis 2006 gemeinsam mit zwei finanzmaroden serbischen Unternehmern und einem auf serbische Fußballer "spezialisierten" Spieler-Vermittler einen schwunghaften Handel mit illegalen Sichtvermerken betrieben haben. Mehr als 900 Schengen-Visa sollen unrechtmäßig ausgestellt worden sein, bis zu 5.000 Euro wurden angeblich dafür bezahlt. Der Ex-Vizekonsul hat im Vorverfahren sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen. Das Verfahren ist bis Ende April anberaumt. (APA)