Landrover, die Marke, die jetzt den Indern gehört, wurde vor 61 Jahren gegründet. Im Vorjahr, zum 60er, warf man in Gaydon/UK alle Altersvernunft über Bord und kreierte als Jubiläumsgabe den Land Rover Defender SVX.

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Eine aufgepimpte Version des Klassikers (auch: Uralt-Autos) mit dem (kurzen) 90-Zoll-Radstand.

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Würde die australische 70er-Jahre-Filmdystopie Mad Max heute ein (sicher unfassbar schlechtes) Remake erleben, wär dieser Wagen wohl erster Anwärter für Product Placement.

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Land Rover bemüht sich, jedes Stadtförster-Image zu vermeiden, Fahren ist Schwerarbeit: Diese Kupplung will fest getreten, das Lenkrad aus der Schulter gedreht werden; der 122-PS-Ford-Dieselmotor ist lastwagenartig laut; man sitzt ungemütlich, aber voll "sportlich" in Recaro-Sitzen; der Stahlkugel-Griff des Schaltknüppels ist extra kalt; die Innenraumbeleuchtung existiert nur in Brusthöhe, Lesen (von Landkarten, nicht von SMS, selbstverständlich) ist in diesem Wagen ein Abenteuer nicht im Kopf, sondern für das Kreuz.

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All das dürfte die Zielgruppe wiederum extra anstacheln. Wer will schon als welke Stadtpflanze gelten und nach einem Auto mit Komfort wimmern.

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Im Schlamm und im Gatsch, im Hohlweg und auf der Forststraße fährt sich der Wagen dann aber auch in echt souverän, sicher, stabil - kein Vergleich mit all den Lifestyle-SUVs und ihrer Pseudogeländegängigkeit.

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Doch macht der SVX auch auf Lifestyle, was sich in der schwarzen Lackierung mit schwarzer Beschriftung manifestiert sowie im Plastikg'schau der Frontpartie, die an das Gesicht des Roboters C3PO aus Star Wars erinnert (zwei Jahre vor Mad Max gedreht, die Remakes waren schlecht, Anm.).

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Die gut dimensionierte Audioanlage mit Subwoofer und iPod-Stecker konterkariert das Restambiente.

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Der Preis für ein Auto, dessen Anmutung und Basistechnik aus der Thatcher-Zeit stammen, ist gelinde gesagt aberwitzig: laut Liste knapp 46.000 Euro, mit ABS und Traktionskontrolle fast 48.000 Euro. (Leo Szemeliker/DER STANDARD/Automobil/10.4.2009)

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