Wien - Im Vorjahr hat es die britische Kaufhauskette Woolworth erwischt. Jetzt hat auch Woolworth Deutschland den Insolvenzantrag gestellt. 11.000 Mitarbeiter bangen um ihren Job. Der Konzern betreibt 311 deutsche Märkte. Ob ein Verfahren eröffnet wird, ist laut den Gerichten noch nicht entschieden.
Woolworth Österreich führt mit 250 Mitarbeitern zwölf Standorte und ist eine Schwestergesellschaft des deutschen Konzerns. "Wir sind vom Insolvenzantrag nicht betroffen" , versichert Firmenchef Heinrich Karl Richter dem Standard. Es seien eigenständige Unternehmen - freilich mit Berührungspunkten, etwa im Einkauf. Er sehe derzeit jedoch keine Veranlassung zu reagieren. Woolworth stieg in Österreich 1995 mit dem Kauf der Quelle-Kaufhäuser ein. Der Umsatz lag zuletzt bei rund 38 Mio. Euro, das Ergebnis war 2007 negativ. Es habe Rückstellungen gegeben, so Richter. Seit Jänner sei der Umsatz um mehr als sieben Prozent gestiegen.
In Großbritannien sind alle 800 Standorte des Traditionskonzerns nach seinem Konkurs geschlossen. Für das fast 100 Jahre alte Unternehmen fanden sich keine Käufer. Schulden von 460 Mio. Euro hatten sich angehäuft. 27.000 Mitarbeiter verloren ihren Job. (vk, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.4.2009)