Foto: Plakat der Ausstellung

Mehr als dreihundert Hüte werden in der Ausstellung gezeigt. Sie umfassen einen zeitlichen Rahmen von der ägyptischen Anubia-Maske um 600 v.u.Z. bis zum Balenciaga-Hut aus den 1950er-Jahren und aktuellen Kreationen von Jones und seinen KollegInnen. Um den universellen Reiz und das Vergnügen des Huttragens aufzuzeigen, hat Jones eine große Vielfalt der Stile zusammengetragen, die sowohl Zylinder als auch Baskenmützen und eine Plastiktiara für Kinder versammelt.

Interpretationen

"Inspiration", der erste Bereich der Ausstellung, beginnt mit Prinz Alberts Zylinder und Queen Victorias Haube und veranschaulicht, wie stark die Vergangenheit zahllose DesignerInnen inspiriert hat. Er zeigt historische und zeitgenössische Interpretationen von Hutmoden wie den Dreispitz, die Melone, Baseballkappe, Haube, Scheitelkäppchen und viele andere. Es beschäftigt sich auch mit allgemeinen Themen, denen Modisten nachgegangen sind wie Exotizismus, Modernismus und Natur.

"Kreation" geht auf den Herstellungsprozess und die Traditionen, Innovationen und Praktiken ein, die das Hutmacherhandwerk ausmachen. Dieser Bereich wird wie eine Hutmacherwerkstatt mit Schablonen, Entwürfen und Materialien sowie Hutmodellen eingerichtet.

"Der Salon" präsentiert das Schaufenster des Hutmachers mit eindrucksvollen Kopfbedeckungen, die eine meisterhafte Beherrschung dieses Handwerks belegen. Gezeigt werden Entwürfe von Philip Treacy, Mitza Bricard für Christian Dior, Vladzio d'Attainville für Balenciaga, Claude St. Cyr für Norman Hartnell, Chanel und Stephen Jones.

"Der Kunde" führt den BesucherInnen Hüte von berühmten königlichen Kunden sowie begeisterten SammlerInnen vor wie Dita van Teese, Gertrude Schilling, Isabella Blow und Anna Piaggi sowie Kopfbedeckungen, die von Boy George oder Madonna getragen wurden. Auch Hüte, die in Filmen zu sehen waren, darunter zwei von Cecil Beaton für My Fair Lady entworfene, ein von Ava Gardner getragener Balmain-Hut und Marlene Dietrichs Baskenmütze sind in der Ausstellung vertreten.

Vorbereitungen

Nachdem das Victoria & Albert Museum Jones eingeladen hatte, das Hutarchiv des Museums zu erkunden, verbrachten er und die Kuratorin für Mode und Textilien, Oriole Cullen, mehr als zwei Jahre damit, Schränke, Lager und Archive des Victoria & Albert Museums und weiterer internationaler Museumssammlungen zu erforschen. Sie machten viele neue Entdeckungen und spürten wundervolle Exemplare auf, wie in Bath den Glockenhut (Cloche) der Dame Margot Fonteyn von Dior aus dem Jahr 1949 oder im Archiv von Warner Bros' in Hollywood ganz unten in einem Karton den Strohhut, den Audrey Hepburn als Eliza Dolittle in My Fair Lady trug.

Andere interessante Beispiele sind ein gestricktes Barett aus der Tudor-Zeit und ein koptischer Fes aus dem Jahr 1100 aus der Sammlung des Victoria & Albert Museum sowie die fünf Zentimeter große Miniatur eines Stetson aus den 1940er Jahren, eine Weihnachtsbaumdekoration, die einem Privatsammler aus Los Angeles gehört.

Über den Designer Jones

Stephen Jones war die treibende Kraft in den frühen 1980er Jahren, als die britische Hutmode wieder Aufwind bekam. Seine exquisit gefertigten Hüte haben durch den Einsatz außergewöhnlicher Materialien und gewagte Entwürfe im Hutdesign neue Maßstäbe gesetzt. Jones hat mit vielen führenden ModedesignerInnen wie Rei Kawakubo von Comme des Garcons, Giles Deacon, Marc Jacobs und John Galliano für Christian Dior zusammen gearbeitet und hat viele berühmte KundInnen. (red)